Momentaufnahme im Mai

3. Mai 2022… Von Ulrike Maturana, der Initiatorin der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“, erhielten wir heute früh dieses stimmungsvolle Bild von einem Sonnenaufgang an der Gössering im Bereich des Stocksteinerwandweges.

So schön die Stimmung ist, so spiegelt sie doch die Tristesse des vernachlässigten Mühlbachs, von dem uns nur das kahle Gerinne anstarrt. Wie trostlos und arm.

Vielleicht sollten wir die Kunstaktion von 2021 auf die gesamte Länge ausdehnen…? Allein, die Welt hat momentan größere Sorgen. Und doch… Was meint ihr? Ideen gäbe es schon!

Bild: Ulrike Maturana Dorado, Mai 2022

Mit anderen Mitteln – Geokultur

War schon im Vorjahr die Kunst mit ihren ganz anderen Mitteln für den Mühlbach engagiert, so tritt nun die Geokultur auf den Plan. Ein Langzeitprojekt, Geokultur Hermagor, dient dazu, sich mit dem Lebensraum in und um Hermagor auseinander zu setzen. Was ist lebenswert, was stimmt unbehaglich, wie können wir zu einem besseren Lebensgefühl und zu mehr Harmonie beitragen?

Was den Mühlbach anbelangt, heißt es immer noch „Bitte warten!“ Inzwischen werden auch andere Naturschauplätze erkundet, Wanderwege neu gestaltet, bildende Kunst und Literatur werden erneut ins Boot geholt. Den Auftakt macht eine Veranstaltung mit der Künstlerin und Geokulturistin Gudrun Kargl.

Das weitere Programm entsteht nach und nach und wird – eine Parallele zur Kunstaktion 2021 – teils vor Ort, teils digital realisiert werden.

Offener Brief an den Hermagorer Bürgermeister

Nachdem die Bürgerinitiative für den Hermagorer Mühlbach seit dem 25. Juni 2021 nichts mehr vom Hermagorer Bürgermeister vernahm, wendete sich Ulrike Maturana, die Gründerin der Bürgerinitiative, heute mit einem offenen Brief an den Herrn Bürgermeister.

Hermagor, 28.02.2022

Sehr geehrter Hr. DI Leopold Astner, Bürgermeister der Stadtgemeinde Hermagor!

Seit zwei Jahren erleben wir turbulente Zeiten, und eine Schreckensmeldung löst die andere ab. Coronakrise und die Kriegszustände in der Ukraine, wie in den Medien berichtet, erreichen uns täglich und nehmen großen Einfluss auf unser Leben. Gesellige Treffen und Feste fallen aus, Familienzusammenkünfte finden seltener statt. Vereinsamung, Angst und Ungehaltenheit nehmen zu. Vieles davon können wir nicht beeinflussen.
Da wäre es doch mehr als angebracht, im eigenen Wirkungskreis Dinge zu regeln, die schon längst geregelt werden hätten sollen, um in der Stadt und in der Gemeinde Hermagor wieder ein bisschen besser und glücklicher leben zu können. Ich möchte dabei konkret den Mühlbach nennen, den viele Hermagorer schon lange vermissen, sein fröhliches Plätschern und die Kühle seines Wassers im Sommer, den Lebensraum Bach und Ufer mit seiner Artenvielfalt.
Einem Brief von der Landesregierung Abteilung 8 an Fr. Trattnig zufolge ist die Gemeinde Hermagor für den Mühlbach zuständig. Das Interesse der Allgemeinheit muss über dem Interesse einer Einzelperson stehen, die ohne jedes Motiv alles dafür getan hat, den Bach versiegen zu lassen. Da sich die Sandbank vor der Wehr auf öffentlichen Grund befindet, wäre es angebracht, diese auszubaggern, um einen Durchfluss des Wassers zu gewährleisten. Natürlich ist es dann auch angebracht, das Bachbett, das immer mehr zuwächst zu reinigen.
Dies würde sehr zur Verschönerung des Stadtbildes und der Umgebung beitragen und den Schützenpark sehr aufwerten, ist er doch der einzige verbleibende Park mit Grünfläche und Erholungsort für alle, insbesondere für die Bewohner des Pflegeheimes und Klienten der AVS Tagesstätte.
Einheimische und Touristen würden es Ihnen danken, wenn der Mühlbach wieder fließt und natürlich auch die Tiere und Pflanzen, die dieses Gebiet gerne wieder besiedeln würden. So gäbe es wieder Freude, Zusammenhalt und positive Motivation in diesen turbulenten Zeiten.
Mit der Bitte um baldige Erledigung des leidigen Mühlbachthemas (6 Jahre Bürgerinitiative und über 300 Unterschriften) und im Interesse Tausender Hermagorer

Ulrike Maturana

Ergeht als offener Brief

Auch hier veröffentlicht, Rubrik H1:

Made with Padlet

Freundliche Töne aus der Kärntner Landesregierung

Der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ wurde vor einigen Tagen der Inhalt eines Schreibens des Leiters der Abteilung 12 – Wasserwirtschaft des Amtes der Kärntner Landesregierung übermittelt. In diesem Schreiben entgegnet DI. Kurt Rohner Ende Juli 2021 einer besorgten Hermagorer Bürgerin zum Thema „Wassereinleitung in den Mühlbach“.

Es freut uns, dass dieses Schreiben sehr positiv und optimistisch klingt. DI. Kurt Rohner spricht von „guten Nachrichten, zumindest aus meiner Sicht der Dinge“ und führt dazu aus, dass die Stadtgemeinde Hermagor die Verantwortung für die Geschiebesperre in der Gössering übernehmen wird.

Weiters ist die Rede davon, dass nun die wesentlichen Rahmenbedingungen für ein Projekt zur Ausleitung von Wasser aus der Gössering zur Einleitung in den Mühlbach“kanal“ mit zuständigen Stellen und Experten festgelegt wurden.

Was weiters dem Schreiben zu entnehmen ist und uns ein wenig überrascht, ist der Umstandm dass die Stadtgemeinde das gegenständliche Projekt formell erst beantragen wird. Wir waren der Annahme, dass ein solches Projekt bereits beantragt wurde.

Diese Diskrepanz ist wohl dahingehend zu interpretieren, dass das Projekt sehr wohl der Landesregierung unterbreitet worden war, dass Lösungsmöglichkeiten angebahnt und besprochen wurden, dass aber erst nach Klärung aller Vorfragen und Rahmenbedingungen der konkrete Antrag gestellt werden kann.

Erstmals liegt uns nun auch explizit in schriftlicher Form die Bestätigung vor, dass die Stadtgemeinde Hermagor die gesetzlich vorgeschriebene Fischaufstiegshilfe errichten wird. Beide Projekte werden offenbar miteinander kombiniert.

Diese Auskünfte haben wir nun erstmals schriftlich vorliegen. Mündlich äußerten sich Bürgermeister DI. Leopold Astner und andere Gemeindevertreter schon wiederholt dazu, und bei der jüngsten Bürgerinitiative-Versammlung referierte der Sprecher der Bürgerinitiative, Rudi Lasser, darüber.

Die Realisierung wird nun im Detail von einem Fachmann geplant. Näheres kann erst gesagt werden, wenn Pläne vorliegen.

„Es wird wohl noch etwas Zeit brauchen…“, schreibt DI. Rohner, und das vernehmen wir ja nicht zum ersten Mal.

Die Stadtgemeinde Hermagor wird als „neuer Konsensinhaber“ bezeichnet, was zwischen den Zeilen lesen lässt, dass dies also bisher nicht der Fall war oder zumindest bisher nicht explizit die Verantwortung übernommen wirden war.

DI. Kurt Rohner bestätigt also nun auch aus seiner Sicht die Zusagen der Stadtgemeinde, dass sie dafür sorgen wird, dass wieder Wasser im Mühlbach fließen wird (Anm. und hoffentlich nicht nur ein Rinnsal, sondern wirklich wieder ein Bach!).

Seinem abschließenden Statement:

„Wir werden die Stadtgemeinde Hermagor in diesem Vorhaben nach Kräften unterstützen und so hoffen wir, dass eine gute Lösung erzielt werden kann.“

wollen wir uns vollinhaltlich anschließen. Weiterhin werden wir in der Bürgerinitiative Augenmerk auf unseren Mühlbach richten und dran bleiben in der Hoffnung, dass bald, sehr bald wieder Wasser in unserem geliebten Mühlbach fließt.

Ende gut, alles gut, so hoffen wir!

Ja, wir freuen uns sehr über diese klare Auskunft und geben sie gerne weiter.

Indessen gehen die Sorge und das Bangen um den Hermagorer Schützenpark weiter. Ein sehr, sehr ausführlicher Artikel, der sich mit diesem Thema und mit der Sorge um weitere Naherholungsgebiete und Denkmäler befasst, erschien unlängst im Blog der Gailtaler Akademie Santonino:

„Manchmal ist RETRO die bessere Zukunft“

Erfolgreiche Vernissage PRO Mühlbach, Sorge um den Schützenpark

Über die beeindruckende künstlerische Gesamtleistung und die gelungene Ausstellung und Vernissage am 25. Juni 2021 soll und wird noch allerlei zu vernehmen sein. Die Open-Air-Ausstellung bleibt mit Installationen und Land Art-Objekten voraussichtlich bis 23. Juli 2021 im Schützenpark Hermagor zu sehen.

Organisatorin Inge Lasser (und gleichzeitig Teilnehmerin) kann sich über großes Lob von allen Seiten freuen. Eine Kunstveranstaltung in dieser Größenordnung ist für Hermagor bisher einzigartig.

Das Engagement von weit über hundert Künstlern für unseren versiegten Bach setzt ein Zeichen und lässt hoffen. Auch die Worte des Bürgermeisters klangen vielversprechend.

Zwei der zahlreichen, sehr vielfältigen Installationen im, am beziehungsweise über dem Bachbett des Mühlbachs

Die digitale Kunstaktion „Botschaften an den Mühlbach“ läuft weiter. Die Betreuerin Lygia „Gia“ Simetzberger hat noch zahlreiche Zusendungen erhalten.

Da es schade wäre, wenn diese wunderbaren „Geschenke an den Mühlbach“ nicht gebührend wahrgenommen werden, sind auch noch weitere Präsentationsformen der Werke geplant.

In die Veranstaltung hat sich auch ein stummer Protest eingeschlichen, der eigentlich mit ihr nichts zu tun hatte. Diskret platziert, regte er doch einige Gespräche an. Mit einem Transparent protestierten nämlich die Anrainer des Schützenparks gegen die Errichtung einer sogenannten Arena aus Beton seitens der Gemeinde.

Nichts gegen einen Treffpunkt und Veranstaltungsort für junge Leute, ganz im Gegenteil. Doch ist der Schützenpark in seiner nostalgischen Romantik eine unverzichtbare Erholungsoase für Alt und Jung und dafür ungeeignet.

Statt der Zerstörung des Schützenparks durch Fällen alter Kastanienbäume, Entfernen des historischen Arenas und seelenlose Modernisierung sollte ein Areal für junge Leute nach deren Vorstellungen geschaffen werden.

Sollte dafür kein Grünland auffindbar sein, böte sich der Sport- und Spielplatz im Gösseringgraben an. Diese Arena im Graben, dagegen hat laut Umfragen niemand etwas einzuwenden.

PRO Mühlbach – die Teilnehmer:

Botschaften an den Mühlbach – die Teilnehmer:

Medienberichte sammeln wir hier:

https://rettetdenmuehlbach.wordpress.com/medien-meinungen-vernetzung/medienberichte/

Die Kunst imaginiert den fließenden Bach

Beide Kunstaktionen sind stattlich geworden und die Bürgerinitiative Rettet den Mühlbach freut sich über diese Aktivitäten. Möge der Eröffnung der Kunstausstellung im Hermagorer Schützenpark günstiges Wetter beschert sein und möge sie gut über die Bühne gehen!

Die digitalen

Botschaften an den Mühlbach

sind gleichzeitig in Hermagor an mehreren Standorten als Slideshow zu sehen:

https://hermagorkunstnatur.wordpress.com/slideshow/

Präsenz der Kunstprojekte für den Mühlbach, konkrete Rettungspläne im Laufen

Hier endlich das angekündigte Update. Es tut sich so viel – ein gutes Zeichen!

Die beiden Kunstprojekte für den Mühlbach steuern ihrem offiziellen Höhepunkt zu und werden auch noch lange nach ihrer Präsenz in Hermagor einen kräftigen Nachhall haben.

Die Slideshow „BOTSCHAFTEN AN DEN MÜHLBACH“, eine gekürzte Präsentation der Beiträge, die von rund hundert Künstlern nah und fern bisher an den Mühlbach übermittelt wurden, ist derzeit in der Hermagorer Innenstadt zu sehen (Kärntner Sparkasse, Raiffeisenbank und Galerie Wagenhofer, Hauptstraße 20).

Details hermagorkunstnatur.wordpress.com/slideshow/

Die Kunstaktion „PRO MÜHLBACH“ hingegen ist eine Freiluftveranstaltung, die von einem Hermagorer Künstler-Team organisiert wurde. Mit Spannung wird die Vernissage im Schützenpark erwartet, die am Freitag, dem 25. Juni 2021, ab 18 Uhr im Schützenpark stattfindet (bei ausgesprochenem Schlechtwetter einen Tag später). Die Objekte werden voraussichtlich noch bis Mitte Juli im Schützenpark zu sehen sein.

Details unsermuehlbach.at/kunst-kultur/pro-muhlbach/

ONLINE-PETITION FÜR DEN MÜHLBACH

Unser Online-Petition hat wieder einige Unterschriften hinzubekommen. Das Ziel von 500 Unterrschriften ist noch nicht erreicht, daher bitten wir weiterhin um Unterstützung. unsermuehlbach.at/cbxpetition/rettet-den-muehlbach/

AKTIVITÄTEN DER BÜRGERINITIATIVE

In den vergangenen Wochen fanden wieder viele Gespräche mit der Stadtgemeinde statt. Unter anderem schrieb die Hermagorerin Gerda Gasser, Bürgerinitiative, dem Landeshauptmann von Kärnten. Dessen Antwort veranlasste unseren Sprecher Rudolf Lasser zu einer ausführlichen Stellungnahme. Zu den positiven Signalen, die uns seitens der Hermagorer Stadtgemeinde erreichen, siehe gleich im Anschluss.

Demnächst (noch vor der Vernissage) findet ein Auftakt zu den geplanten Hermagorer Round Tables statt, die in Hinkunft stattfinden sollen und deren Schwerpunkt die Hermagorer Naherholungsgebiete sind. Bei diesem Treffen, an dem auch ein Repräsentant der Hermagorer Stadtgemeinde teilnimmt, wird von diesem Schriftverkehr und vom Engagement unserer Stadtgemeinde die Rede sein. Information: Ulrike Maturana, Bürgerinitiative, siehe Kontakt.

POSITIVE SIGNALE VON DER STADTGEMEINDE HERMAGOR

Laut Auskunft von Bürgermeister Leopold Astner ist auf Beamten- bzw. Expertenebene inzwischen viel zur Rettung bzw. zur Wiederinstandsetzung des Mühlbachs geschehen, sodass es im Grunde genommen nur noch um das konkrete Wie und schon lange nicht mehr um das Ob der Umsetzung geht. Es fanden in letzter Zeit einige Begehungen und Besprechungen mit Fachleuten statt. Man setzte sich mit allen Aspekten der Situation auseinander. Derzeit erarbeitet ein Wasserbautechniker einen genauen Plan.

Es gibt also allen Grund zur Hoffnung, dass unser lieber Mühlbach wieder zum Leben erweckt wird.

HOFFNUNG UND VORFREUDE

Kunstobjekt von Anita Wiegele, in Arbeit,
wird bei der Vernissage eine Rolle spielen

Die baldige Vernissage „MÜHLBACHPHANTASIEN – PRO MÜHLBACH“ kann also durchaus in einer Atmosphäre der Hoffnung stattfinden.

Bei den Arbeitsbesprechungen des PRO MÜHLBACH-Organisationsteams wurde scherzhaft gemunkelt, ob denn die Veranstaltung buchstäblich ins Wasser fallen würde, sollte sich überraschend genau am Tag der Veranstaltung das Bachbett des Mühlbachs mit Wasser füllen…

Ein solches Wunder werden wir zwar nicht erleben, aber Vorfreude ist doch die schönste Freude, wie man so sagt.

Viele Bemühungen, Kunstaktion, Klagenfurt, Villach, Nockberge

Demnächst erfolgt hier das längst überfällige Update!

In den Medien tut sich rund um den Mühlbach nun der Kunstprojekte wegen besonders viel, daher ein Link zu zu unserem MEDIEN-ÜBERBLICK:

Die Stadtverwaltung rund um den neu gewählten Bürgermeister Leopold Astner zeigt sich um Dialog, Transparenz und Bürgernähe bemüht. Auch von Klagenfurt kommen, was die Bereitschaft für Lösungen anbelangt, durchaus positive Signale, dies auch seitens Landesbediensteter, denen vor Jahren die große Bedeutung des Mühlbachs für Hermagor nicht bewusst war.

Wenn alle an einem Strang ziehen, so wird letztlich auch eine heilbringende juristische Lösung gefunden werden. Unsere guten Gedanken begleiten die Entscheidungsträger, die keine leichte Aufgabe haben, auf dass es ihnen gelingt, die bestmöglichen Regelungen zu treffen.

Indessen ist die duale Kunstaktion für den Mühlbach in vollem Gang. Großartige Künstlerbotschaften an den Mühlbach finden Beachtung und Anerkennung und zugleich sind sie ein Beweis dafür, wieviel ein solches Gewässer den Menschen bedeutet. Künstlerische Impulse sind nicht zu unterschätzen. Die innigen Gedichte, die positiven Musikstücke und lebhaften Erzählungen sind wie Juwelen, die den Wert des Bächleins unterstreichen. Die Vernissage der Kunstaktion PRO MÜHLBACH im Schützenpark am 25. Juni 2021 wird schon von vielen mit Spannung erwartet.

Leider sind wir nicht die einzige Bürgerinitiative in Kärnten, die sich für ein Stück Natur engagieren muss. Uns gelangte zur Kenntnis, dass beherzte Bürger in Villach gegen die Verbauung eines Naturgebietes Sturm laufen und soeben langte bei uns eine Online-Petition aus dem Nockgebiet ein.

Bürgerinitiative Hochrindl (in den Nockbergen) https://www.openpetition.de/petition/online/retten-wir-die-hochrindl-der-berg-braucht-seine-ruhe

Oetker-Wiese, Villach https://www.verantwortung-erde.org/oetker-wiese-stadt-handelt-wider-eigenen-zielen/

Schöne Illusion

Heute (2. Mai 2021) regnete es in Hermagor stark. So stark, dass sich sogar das leere Bachbett des Mühlbachs mit Wasser füllte. Wir stellten das Foto in die Gruppe „Unser Bruder Mühlbach“ auf Facebook und erhielten prompt freudige Reaktionen darauf, dass der Mühlbach wieder fließt. Leider nur eine schöne Illusion. Denn kaum ist der Regen abgeklungen, wird es auch mit dem Nass wieder vorbei sein.

Foto: Ulrike Maturana

Bitte unterstützt und teilt unsere Online-Petition!

Kunst, Petition, Treffen, Webauftritte, Geokultur, Stadtmarketing und mehr

Es tut sich extrem viel. Nun ist Schwung in der Sache und die Lawine sozusagen nicht mehr zu stoppen. Eins ergibt das nächste.

Gemeinsame Webseite für alle Kulturinitiativen rund um den Mühlbach (Bürgerinitiative, Kunst, Kultur, Führungen, Geschichte, Geomantie, Forschung): Unser Mühlbach https://unsermuehlbach.at

Unsere Online-Petition ist reaktiviert, bitte unterstützen! unsermuehlbach.at/cbxpetition/rettet-den-muehlbach

Es gibt einen neuen Bürgermeister in der Stadt. Aller Augen und Hoffnungen sind auf ihn gerichtet, auch die der Bürgerinitiative. Er tritt ein schwieriges Erbe an und wird viel zu tun haben, um Hermagor von einem Schlusslicht wieder zu einem Vorzeigeort zu machen.

Die Entrüstung über den Verlust des Friedensparks im unteren Markt und die Sorge um die stückweise Vernichtung des Naturgebietes Burgermoos, verbunden mit der traurigen Tatsache, dass es in Hermagor nun weder einen Kinderspielplatz noch einen Skaterpark und daher keine Outdoor-Treffs mehr für Kinder und Jugendliche gibt, ist groß.

Der Volkszorn wegen dieser Zustände ist deutlich spürbar. Viele äußern sich fassungslos darüber, dass zwar enorme Gelder für andere Projekte vorhanden sind, doch die läppische Ablöse für den Friedenspark von der Gemeinde abgelehnt wurde, wodurch das vorletzte Erholungsgebiet in Hermagor für immer verspielt ist. Wie die Geschichte uns lehrt, kein Einzelfall in Hermagor.

Auch sonst allerlei Bitteres. Auch Kleinigkeiten können zermürben. Zum Beispiel: kein Blumenschmuck vorm Rathaus (bis auf ein paar wilde Löwenzahn-Rosetten den Randsteinen entlang, zum Glück), zu wenige Sitzbänke im Schützenpark und im Gösseringgraben, mangelhafte Pflege des Langegger-Parkplatzes, ganz zu schweigen von der dürftigen Spielwiese im Gösseringgraben, vom nüchternen, holprigen Kirchenplatz, von den hässlichen Pflanzencontainern, die im Stadtgebiet verwendet werden und den verwahrlosten Sperren am Mühlbach, die quer durchs gesamte Ortsgebiet ein Schandfleck sind.

Hermagor, Wulfeniaplatz (Rathausplatz) – keine Tulpen, keine Stiefmütterchen, am Friedhof mehr Leben!
Zum Glück behaupten sich dort diese Blumen am Straßenrand.

Trotz der Interventionen von Stadtbewohnern, sowohl an die Gemeinde als auch an den Alpenverein gerichtet, fehlen immer noch Wegweiser für jene Wanderwege, die im Ort beginnen. Die Schreiben an die Gemeinde bleiben mutmasslich unerledigt, man vernimmt einfach nie mehr etwas davon. Keine Wertschätzung, keine Information.

Auch die Anregung, unseren Mühlbach als Naturdenkmal unter Schutz zu stellen, ist wohl in einer Rundablage der Stadtgemeinde gelandet.

Der Ruf nach einem Gesamtkonzept betreffend die Naherholungsgebiete in und um Hermagor wird immer lauter. Man fragt sich, warum ein solches im Sinne einer verantwortungsbewussten, zukunftsorientierten Stadtplanung nicht selbstverständlich ist.

Viele Bürgern beklagen die mangelnde Transparenz hinsichtlich der Zuständigkeiten (und für manches scheint niemand zuständig zu sein) und mangelnde Bürgernähe. Wenn Geplantes nicht durchsickert, verunsichert das die Bevölkerung und sorgt für Unmut. So geht man nicht mit Bürgern um.

Man versprach vor der Wahl mehr Bürgernähe. Wir hoffen.

Wahrheit und Klarheit

Am schwersten wiegt für uns Mühlbach-Beobachter und -Kämpfer, wie schon an anderer Stelle erwähnt, dass wir hinters Licht geführt wurden. Erst durch die akribischen Recherchen unseres Sprechers kam Anfang 2021 zutage, dass der Mühlbach von den Landesbeamten von Anfang an, über die Köpfe der Bürger hinweg, abgeschrieben worden war und dass wir all die Jahre darüber belogen wurden.

Aber genau diese aufgetischte Mär von bedauerlichen Fehlern gibt uns jetzt die Kraft, erst recht aktiv und wachsam zu sein, unser Engagement und unsere Medienarbeit zu intensivieren.

Ist denn ein Verfahren nicht fragwürdig, bei dem der Gutachter in der Abteilung sitzt, die über die Sache entscheidet (und anscheinend sind solche Gutacher dann auch noch unfehlbar wie der Papst)? Genau das war der Fall und gipfelte in den unsinnigen und leider für die Sache fatalen Behauptungen, der Mühlbach sei ökologisch wertlos und entbehrlich und es bestünde kein öffentliches Interesse am Mühlbach.

Und nun hängt eine weitere bedeutende Entscheidung über ein Ansuchen, den Mühlbach betreffend, neuerlich von diesem Gutachter ab! Das klingt, mit Verlaub, nach einem falschen Film. Und in Verbindung mit anderen merkwürdigen Umständen, nach Befangenheit oder Amtsmissbrauch, je nachdem wie man es betrachtet, jedenfalls sollte der Fall geprüft werden.

Priorität: Der Mühlbach soll wieder rinnen

Die Bürger Hermagors schwanken zwischen Traurigkeit und Wut (wobei das noch gelinde ausgedrückt ist) und möchten, dass sich etwas bewegt. Der versiegte Mühlbach, bisher die Zierde des Ortes, ist dabei nur der absolute kulturelle Tiefpunkt und hat Prioriät, aber es hat noch weit mehr zu geschehen.

Alles hofft, dass unter dem neuen Bürgermeister frischer Schwung in die Gemeinde kommt.

Dass die verhärteten Strukturen, unter denen wir schon lange leiden, einem zeitgemäßen Betrieb weichen (professionelles Kommunikationstraining der Gemeinderäte und der Bediensteten ist anzuraten).

Und dass nun viel für ein florierendes Kulturleben und eine freundliche, gefühlvolle Ortsbildgestaltung, kurzum, alles was eine Gemeinde lebenswert macht, getan wird.

Wasser der Gössering, blühende Weide, bemooster Fels, aufgenommen im Hermagorer Gösseringgraben

Das Hermagorer Stadtmarketing

Das EU-geförderte Stadtmarketing soll zu einer positiven Stadtentwicklung beizutragen. Doch es gibt wunde Punkte.

Grundsätzliche Bereitschaft und Hilfestellung besteht. Budget gibt es allerdings keins. Und noch etwas Sonderbares: Anscheinend dürfen die Bediensteten sich nicht schriftlich äußern und dürfen nicht das Büro verlassen und selbst aktiv werden. Zumindest entstand der Eindruck der Bewegungslosigkeit.

Man hat eine konkrete Projektidee, braucht aber dann nicht erwarten, dass etwas geschieht. Das muss man alles selber in die Hand nehmen.

Es ist vielleicht gut, sich darüber keine Gedanken zu machen. Trotz dieser Defizite können sich Chancen ergeben. Vielleicht läuft es anders. Die Einschätzung ist schwierig, weil es gibt nichts Schriftliches dazu (wenn man davon ausgeht, dass man etwas Schriftliches bekäme, wenn es etwas Schriftliches gibt). Wir hoffen.

Man ist problembewusst betreffend den oberen Markt, der seit Jahren immer mehr abstirbt, was nicht zu übersehen ist. Der versiegte Mühlbach prägt das Bild des oberen Marktes und sollte daher sehr wohl auch Thema des Stadtmarketing sein. Es gibt zahlreiche Gründe, die für den Mühlbach sprechen, aber nichts, was dagegen spricht. Gerade den Mühlbach entlang könnte allerlei Kultur stattfinden, das kommt noch dazu.

Auch Hermagorer Bürger sind am Stadtmarketing beteiligt, erfuhren wir, vermutlich im Sinne eines Gremiums. Mit zwei Beteiligten davon ergaben sich nun ebenfalls Gespräche.

Dabei war zu erfahren, dass sich gerade ein Verein zur Stadtbelebung in Gründung befindet, an dem sich die Wirtschaftstreibenden, aber auch Gruppierungen wie die Bürgerinitiative, Leiter von Kulturprojekten und Künstler beteiligen können, und dass in ca. 14 Tagen eine Sitzung stattfinden wird.

Wenn man so etwas nur durch Zufall erfährt (Kommunikationsdefizite, siehe oben), ist das etwas seltsam. Eigentlich hätten die Kulturschaffenden schon längst zum Mittun eingeladen werden sollen, oder nicht? Das Stadtmarketing existiert doch schon Jahre.

Aber es ist gut, dass sich nun ein solcher Verein konstituiert und dass Bürger, die sich aktiv beteiligen wollen, daran teilhaben können. (Gut ist auch, dass wir davon erfahren haben.)

Damit Menschen ihre Projekte, die zur Ortsbildgestaltung förderlich beitragen, ehrenamtlich und auf eigene Kosten entwickeln und umsetzen dürfen, dafür bräuchte es wohl keines Stadtmarketing, aber vielleicht erschließt sich der Sinn des Ganzen noch.

Das ortsbelebende Thema des Jahres wird etwas mit „Hermagor erblüht“ zu tun haben. Nun, es ist Frühling, und tatsächlich, Hermagor blüht. Die Natur lässt sich das nicht verbieten! Aber klar doch, es ist anders gemeint!

Weitere Details, Hermagors Kunst- und Kulturschaffen betreffend, wird der Wulfenia Art Club (Interessenvetretung der Künstler und Kulturschaffenden) in seinen Berichten schlldern. Auch über die duale Kunstaktion für den Mühlbach wird dort berichtet werden. Hier geht es nur mit Informationen betreffend die Bürgerinitiative weiter. Weil sich so viel tut.

Bürgerinitiative-News

Es fanden in letzter Zeit zahlreiche Besprechungen der Bürgerinitiative statt, insbesondere eine Begegnung im Schützenpark, an der Gemeinderätin Christina Ball teilnahm, leider unergiebig, und ein Arbeitstreffen im Gösseringgraben am 24. April 2021.

Sprecher Dir.i.R. Rudolf Lasser berichtete zur Lage. Die Bürgerinitiative beschloss einhellig, künftig auch das Thema Schützenpark zu behandeln.

In den vergangen Wochen gab es wieder, wie üblich, zahlreiche Vorsprachen, an denen ein bis zwei Vertreter der Bürgerinitiative teilnahmen. Beim Bürgermeister, bei Gemeinderäten und Verwaltungsbeamten. Eine Aktivistin hat aus eigenem Antrieb ein Schreiben an den Landeshauptmann verfasst, dessen Inhalt uns nicht bekannt ist.

Vor der Wahl wurde der Bürgerinitiative ein gemeinsamer Round Table gleich nach den Wahlen zugesagt. Wir werden uns erkundigen, denn bisher ist dazu nichts zu vernehmen.

Es freut uns, dass Ines Kuttnig, die Tochter unserer verstorbenen Sprecherin Christine Kuttnig-Dekan, sich an der Bürgerinitiative beteiligt und auch ihre Teilnahme am dualen Kunstprojekt für den Mühlbach zugesagt hat.

Abschließend mögen noch ein paar aktuelle Aufnahmen für sich sprechen.

Segnung des Gösseringgrabens an sieben Stellen, an denen von Menschenhand erheblich eingegriffen wurde.
Mitgefühl des Wander Gold Steins mit dem Hermagorer Mühlbach
Peace Seed Hermagor, der Friedenssame für Hermagor, ein Werk von Gudrun Kargl, hielt Einzug in die Stadt und wurde feierlich mit dem Mühlbach verbunden. Gudrun Kargl ist nicht nur Künstlerin, sondern auch Geokulturistin, und es werden bereits einschlägige Pläne gewälzt.
Das Domainko-Kraftwerk am Mühlbach, eine tragische Geschichte
Bei einer Künstlerbesprechung bot Ulrike Maturana (Domainko) den Teilnehmern die Möglichkeit, das ehemalige Kraftwerk ihres Vaters zu besichtigen. Dieses liebe alte Kraftwerk würde sich gut als Schaukraftwerk eignen.
Der Wander Gold Stein besuchte den Schützenpark schon zum zweiten Mal und ist betrübt über den Schwund der Bepflanzung, der Wege und der Sitzbänke der einst so schmucken Grünoase. Das ehemalige Stromberger-Haus links an der Gössering soll dem Erdboden gleichgemacht werden, die Bäume an der erhöhten Böschung sollen verschwinden.
Egal wohin man fährt, überall in der Umgebung gibt es Bäche. Das hier ist die Vella bei Obervellach.
Hier ist die Vella in Radnig. Im Vergleich zum Hermagorer Mühlbach, der 800 LIter/Sekunde führte, war die Vella ein lieber kleiner Gebirgsbach. Es ist einfach nicht zu glauben.
Hermagor und seine Umgebung kann ein Paradies sein, doch ein Paradies braucht alle seine Gewässer.