Was geschieht am Wasserwehr?

Reichlich Fotomaterial im Anschluss!

Was passiert am Wasserwehr im Gösseringgraben?

14 04 2017

Nun, gleich vorweg:

Der Hermagorer Mühlbach ist wegen seines klaren Gebirgswassers nicht nur ein Naturjuwel, sondern mit seiner wechselhaften Geschichte über viele Jahrhunderte auch Kulturerbe. So gesehen geht er uns alle an. Vor allem natürlich geht es um die Bewahrung dieses Schatzes (und wenn Wasser nicht eine Kostbarkeit ist, was dann?) für die EinwohnerInnen der Stadt und ganz besonders natürlich für künftige Generationen.

Damit ist im Grunde genommen auch schon alles über das Engagement der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach!“ gesagt. Ihr geht es darum, dieses Kleinod zu bewahren.

Konkret geht es darum, dass auf unfassbare Weise die Interessen und alten Rechte der AnrainerInnen übergangen wurden und einem Privatunternehmer die Rechte sowohl am Gerinne der Gössering im Bereich um den alten Wasserfall als auch das Wasserwehr (!!) abgetreten wurden.

Vertragspartner sind die Österreichischen Bundesforste! Sie verscherbelten einmal mehr ein Stück des „Familiensilbers“, leider passiert dies ja auch andernorts und anscheinend ist dem nichts entgegen zu setzen…

Zum Entsetzen aller, die viel zu spät vom Geschehen im Gösseringgraben informiert wurden und sehr wohl Interessen (manche sogar Rechte) haben, wurde sogar das Wasserwehr diesem Herrn, einem Herrn Andreas Patterer, der als Bereichsleiter (Sozialwesen!) in der Bezirkshauptmannschaft Hermagor tätig udn bisher nicht nennenswert in Hermagor in Erscheinung getreten ist, übertragen.

Verbunden wurde dieser unglaubliche Deal lediglich mit einigen Auflagen, wie beispielsweise der Errichtung eines Fischaufstieges und der Erhaltung des Mühlbaches mit einer Schüttung von 100 Litern pro Sekunde. Gegen beide Auflagen, die in einem Bescheid ausgesprochen wurden, läuft Herr Patterer mittlerweile schon in zweiter Instanz Sturm. Die Fischleiter will er nicht bezahlen. Das soll die Gemeinde tun. Die weirte begründung des Einspruchs ist uns dem Wortlaut nach leider nicht bekannt.

Der gegenständliche Bescheid ist also noch nicht rechtskräftig und hängt bei Verwaltungsgerichtshof an!

Monatelang beobachteten die AnrainerInnen besorgt, dass wenig bis gar kein Wasser im Mühlbach floss. Still war es geworden…. Zeitungsnotizen hatten sie entnommen, dass Kleinkraftwerke im Gösseringgraben geplant seien, dass jedoch der Mühlbach dadurch künftig keineswegs beeinträchtigt würde. Seitens der Gemeinde gab es keinerlei Information. Wie die Bürgerinitiative in Erfahrung brachte, nicht einmal am Schwarzen Brett. So wurde zunächst geduldig abgewartet, bis eine Unterschriftenaktion inittiert wurde, die die Stadtgemeinde zum Tätigwerden veranlassen sollte.

Ungeführ zeitgleich mit der Unterschriftenaktion „Rettet den Mühlbach (in Hermagor)!“ formierte sich eine gleichnamige Bürgerinitiative und begann mit Erhebungen. Am Rande sei erwähnt, dass es auch zu einer stillen Protestaktion an einer Mühlbachbrücke in der Altstadt kam, mit einem Friedhofslicht und Trauerworten für den Mühlbach. Auch wurde eine siebenminütige Dokumentation „Tragic Mühlbach“ auf YouTube gestellt und es entstand eine Lyrik-Serie über den Mühlbach und die Gössering (Fotos und Texte), um auf die Situation hinzuweisen. Mit einem Wort, überall begann sich Initiative bemerkbar zu machen.

Nach dem gegenwärtigen Stand ist jedenfalls schon einmal erklärlich, dass es ein Problem gibt. Herr Patterer kämpft um sein Recht als künftiger Kraftwerkseigner, und die Stadtgemeinde hat zwar Parteienstellung im gegenständlichen Verfahren und hat verwaltungsrechtlich dafür zu sorgen, dass die vereinbarte Wassermenge in den Mühlbach eingespeist wird. Aber zur Zeit haben wir ein schwebendes Verfahren!

Infolge des Entrüstungssturmes, der durch die Bürgerinitiative zum Ausdruck kam, sah sich die Stadtverwaltung inzwischen genötigt, etwas zu tun um die besorgten BürgerInnen zu beschwichtigen. Das Wasserwehr ist versperrt.

Aber es ist möglich, Verklausungen zu beseitigen und auf diese Weise zumindest ein wenig Wasser von der Gössering abzuzweigen. Das geschah. Seither ist der Mühlbach zwar nicht wieder der stolze, kräftige Bach, wie er es ca. vierhundert Jahre lang war, sondern nur ein Rinnsal, aber immerhin, es rinnt Wasser (in letter Zeit wieder weniger, worauf wir noch zu sprechen kommen).

Über diese Intervention wurde stolz im Gemeindeblatt und in regionalen Medien berichtet. In diesem Zusammenhang trat kurz eine grüne Politikerin in Erscheinung (auch auf einem Foto, am Mühlbach hockend), von der man aber mittlerweile nichts mehr vernimmt. Die Hoffnung lebt.

Doch nun wollen wir die Situation unter die Lupe nehmen. Hier in diesem Beitrag wird damit begonnen. Da die Lage aber sehr komplex ist, wird in einem Folge-Artikel fortgesetzt.

Hier wollen wir auf das Auseinanderklaffen der Interessen des Kraftwerksplaners und der BürgerInnen eingehen. Wobei es sich beim Kreis der BürgerInnen, die in der  Bürgerinitiative aktiv sind,  nur umd die unmittelbar Betroffenen handelt. Betroffen müsste im Grunde genommen jeder sein dem Natur am Herzen liegt, und jeder, der dessen Wert von Gewässern als Teil der Ortsbildgestaltug und als Beitrag zur Lebensqualität bewusst ist. Besorgt sollten alle kulturbewussten Menschen sein, alle Biologen, Naturliebhaber, aber auch alle  Tourismusmanager der Region. Eltern, Tierfreunde…

Wenn man beobachtet, wie gerne Menschen sich im Sommer am Bach erfrischen, wie begeistert Kinder von diesem Mühlbach-Erlebnis sind, wie glücklich Hunde bei ihrem Spaziergang am Bach umhertollen, wenn man Flora und Fauna am Bach beobachtet, versteht man, dass der Bach weit mehr als nur H2O ist.

All das scheint der Stadtgemeinde nicht bewusst gewesen zu sein. Wir von der Bürgerinitiative können nur mutmaßn e, dass dies damit zu rtun hat, dass in der Hermagorer Gemeinde fast nur noch „Auswärtige“ tätig sind, also Menschen, die ihren Wohnsitz nicht im Ort Hermagor selbst haben. Fast niemand von ihnen kennt den Mühlbach überhaupt, fast niemand von ihnen war im Gösseringgraben, und wenn, dann hat er ihn sicher nicht ganz durchschritten und zu allen Jahreszeiten mit allen Sinnen erlebt so wie wir.

Man kann im biblischen Sinn konstatieren: Sie alle hatten keine Ahnung, was sie tun. Die beiden Bürgermeister sagen, sie haben von nichts gewusst (man könnte allerdngs leise fragen, ob es nicht ihre Aufgabe gewesen wäre, sich durch Lokalaugenschein und Gespärch über die Verhältnisse zu informieren). Dies gilt auch für den Landeshauptmann und seinen Stab, der das Ganze nichtsahnend vermurkst hat (behauptet wurde, dass kein öffentliches Interesse gegeben ist, himmelschreiend, denn wenn es in dieser Causa kein öffentliches Interesse gibt, wann dann?).

Und: Das gilt nun leider tragischerweise auch für für den Verwaltungsgerichtshof, bei dem der zu prüfende Bescheid liegt. Hier wäre noch Hoffnung, hier wäre eine Chance. Aber… Wer kennt in Wien die wirkliche Situation?

Fast niemand kennt die Geschichte des Mühlbaches (Anm.: die nun dank Frau Helene Pilz aufgeschrieben und mit Abbildungen in einer Broschüre dokumentiert ist). Der Mühlbach diente wieder und wieder als Energiespender für Kraftwerke und Gewerbebetriebe. Er diente den Frauen einstmals zum Schwemmen der Wäsche. Er dient bis heute zur Bewässerung der angrenzenden Gärten. Für die Feuerwehr ist er leicht erreichbares Löschwasser, denn die Gössering befindet sich ja bereits etwas außerhalb.

Erschüttert sind wir nun, wo schon so viel im wahrsten Sin des Wortes den Bach hinuntergegangen ist, dass sich kein Mensch jemals dafür stark gemacht hat, diese Gewässer und die Biotope, die die letzten Naherholungsgebiete von Hermagor sind, unter Schutz zu stellen. Sie fanden kaum jemals Erwähnung, wohl deshalb, weil sie ein Schattendasein gegen andere, spektakulärere Natursehenswürdigkeiten in unsere Region führten.

Spät, aber doch wird nun der Wert erkannt und gibt es Menschen, die sich um die Rettung des Mühlbachs bemühen. Mehrmals wurde schon vernommen, dass das Engagement vor allem künftigen Generationen gilt und dass man gerade deshalb nicht unversucht lassen will.

Doch mit einer Regelung wie im Bescheid, der ein längerer „Kuhhandel“ vorausgegangen sein dürfte (von 300 Litern war angeblich anfänglich die Rede, dann von 200, und nach verzweifelten Aufschreien des Herrn Patterer, dass er ja dann nichts davon habe, wurde schließlich die Auflage „Einspeisung von 100 Litern pro Sekunde“ in den Bescheid aufgenommen. Doch, wie gesagt, sogar das ist Herrn Patterer zu viel. Er will alles oder nichts. Das liegt inzwischen auf der Hand.

Doch mit dieser Einstellung schafft er sich keine Freunde, das ist gewiss. Die Situation erinnert ja sogar an George Orwell. Ein Mann von Sozialamt, der von einer sozialen Einstellung nichts hält, das hat etwas Endzeitliches.

Doch zu den Fakten. Man müsste ausmessen, wie groß die bisherige Fließwassermenge des Mühlbaches pro Sekunde  war. Jedenfalls war der Mühlbach wegen seiner Kraft gefürchtet. Auch der stärkste Mann konnte im Mühlbach unter üblichen Bedingungen nicht stehen, sondern wurde von der Strömung mitgerissen. Der Bach hatte eine Wasserhöhe von einem halben Meter uund mehr. Mit Abweichungen, weil der Zufluss am Wasserwehr geregelt werden konnte.

Im klaren Wasser gab es Fischbesatz mit „kapitalen“ Forellen, es wuchsen Pflanzen die nur in reinen Gewässern gedeihen. Im jetzigen Rinnsal könnten vielleicht ein paar Fischlein überleben. Wenn man mit der Gießkanne Wasser entnehmen wollte, musste man sich in Acht nehmen, nicht weggerissen zu werden. Heute kann man nicht wie bisher Wasser mit einer Gießkanne aus dem Bach schöpfen, denn das Gerinne ist viel zu niedrig und man reicht von den betonierten Stiegen, die von unseren  Vorfahren in das Bachbett eingelassen wurden, zur Zeit nicht zum Wasserspiegel.

Definitiv ist eine Schüttung ab Wasserwehr von 100 Litern pro Sekunde nicht das, was der Charakteristik des Mühlbachs entspricht. Dem läge man wahrscheinlich mit den vorgeschlagenen 300 Litern pro Sekunde näher. Die Bürgerinitiative kann sich vorstellen, dass ein faires Ziel von 200 Litern pro Sekunde angepeilt wird, jedoch mit offenen und nicht mit gezinkten Karten…

Wie diese soeben geäußerte Skepsis zustande kommt, darauf wird nun eingegangen. Stichwort: Lokalaugenschein.

Bei einem Spaziergang im Spätherbst war festzustellen, dass oberhalb vom Wasserwehr eine Art künstlicher Damm im Gerinne längs der Gössering aus Schotter  aufgeschüttet worden wr, wohl um den Zufluss von Wassermengen in Richtung Wasserwehr zu verringern.

An diesem Damm hat sich nichts geändert. Am Wasserwehr gibt es Verklausungen (Astwerk und vermutlch Schotter -und Sandmassen), die ebenfalls den Zufluss erheblich verringern.  Dies ist nichts Ungewöhnliches. Auch früher musste dieser Bereich immer wieder gesäubert werden. War jedoch das Wehr in früheren Tagen weit geöffnet, riss es das angeschwemmte Material weitgehend durch. Es gab an dieser Stelle meist einen mächtigen Wasserstrudel.

Unterhalb des Wehrs wurde im Spätherbst festgestellt und fotografisch dokumentiert, dass mächtige Steine im Bachbett lagen und ein Verbindungswehr offen stand, das zusätzlich zur Regulierung diente. Überströmendes Wasser konnte auf diese Weise zurück in die Gössering abgeleitet werden. Indem dieses Tor jedoch offen stand, versiegte das Wasser des Mühlbachs gleich wieder hinter dem Wehr bis auf ein unbedeutendes Wässerlein. Auch dieses hatte Mühe durchzudringen, da Astwerk, Geröll und Sand den Abfluss erschwerten.

Inzwischen hat sich die Situation merklich verändert. Das Zusatzwehr einige Meter unterhalb vom Wasserwehr ist zwar zu und es steht Wasser, aber was danach folgt, spricht Bände. Herr Patterer hat seine Intelligenz ganz offensichtlich dafür eingesetzt, dem Bach noch eine zusätzliche Barriere auzuerlegen. Vin der kleinen Brücke, die sich zwischen Wasserfallbereich und Spielwiese (früher Runderplatz) befand, ist nur noch ein metallenes Geländer zu sehen! Statt der Brücke mit ihrer Eigenschaft, sich übner fließe3ndem Wasser zu erheben, ist keien Spur mehr. Statdessen wurde massiv aufgeböscht und wurden ein kleineres und ein größeres Rohr eingelegt. Methoden, die unverkennbar einer zusätzlichen Drosselung der Wassermenge dienen.

Nun, liebe Behörden und Oberbehörden, liebe Bürgerinitiative und liebe Stadtgemeinde: Kann es denn sein, dass sich solche Maßnahmen in aller Öffentlichkeit abspielen, ohne dass es jemand bemerkt und die Absicht durchschaut? Noch einmal halten wir fest: Laut dem in zweiter Instanz erneut angefochtenen Bescheid, der uns leider nicht schriftlich vorliegt, soll der Zufluss beim Wehr mit 100 Litern pro Sekunde gewährleistet sein, und selbst wenn das genau eingehalten wird, ist das mickrig.

Doch das wird erstens mit dieser „Zusatzmaßnahme“ bzw zusätzlichen Barriere von Herr Patterer eindeutig torpediert, und zweitens steht wohl von einer Genehmigung solcher Barriere-Maßnahmen nichts in Verträgen und Bescheiden. Zumindest gilt die Vermutung!

Es muss doch also auch möglich sein, dieser „Erdbau-Maßnahme“ von Herrn Patterer, die höchstwahrscheinlich nicht rechtens bzw. eine erstaunliche Eigenmächtigkeit ist, etwas entgegen zu halten. Sprich: sofortiger Rückbau. Jedenfalls, eins ist klar. Es zeugt von der Gesinnung des Herr Patterer und stimmt schon etwas traurig, wie ein Mensch so agieren kann.

Fakt: Meines Erachtens müsste von Amts wegen gegen diese Anmaßungen eingeschritten werden. Noch ist das Verfahren noch nicht einmal entschieden, und hier wird schon zusätzlich sabotiert und torpediert, was das Zeug hält.

Aber ob Recht oder nicht: Wenn der Bescheid aufgehoben wird, verlieren alle Bewohner Hermagorer, verliert die Natur, verlieren die künftigen Generationen, verliert das Ortsbild, verlieren alle an Lebensqualität. Und verliert die Stadt ihr Gesicht. Aber da nur am Rand.

Es muss doch möglich sein, statt einer rechtlicher Lösung eine faire Lösung zu finden.

Aber, alarmiert von den Methoden des Herrn Patterer, sei präventiv noch auf einen weiteren Umstand hingewiesen:

Selbst wenn diese (zu geringe) Menge von 100 Litern pro Sekunde, die sich eine arme Seele ohne Befragung der BürgerInnen ausgedacht hat, durchsetzbar ist und bleibt, so sei zu beachten, dass dies an einem Tag der Durchführung, Messung und Überprüfung ja der Fall sein mag, aber durch Verklausung und „Nachhilfe“ durch Herrn Patterer sehr wohl schon am nächsten Tag dafür gesorgt sein kann, dass weit weniger Wasser rinnt.

Anmerkung: Dieser Beitrag ist subjektiv gefärbt und muss nicht notwendigerweise der Auffassung der anderen Beteiligten an der Bürgerinitiative entsprechen.

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Weiter Grund zur Sorge, aber auch noch Hoffnung

13 04 2017, Quelle: Gailtalnetz https://gailtalnetz.wordpress.com/aktuelles/aktuelles-eintragungen/

Bei den Erhebungen der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ https://rettetdenmuehlbach.wordpress.com bzw. auf Facebook: Gruppe https://www.facebook.com/groups/801133626729300/ treten vermehrt Ungereimtheiten und Versäumnisse zutage. Das erklärte und alleinige Ziel der Bürgerinitiative ist, wie der Name sagt, die Rettung des Hermagorer Mühlbachs. Davon unberührt ist alles, was mit der Errichtung der Kleinkraftwerke im Gösseringgraben zu tun hat.

Das Ziel ist erreicht, wenn der Hermagorer Mühlbach in seiner ursprünglichen Charakteristik im Ortsgebiet erhalten bleibt und eine ausreichende, diesem ursprünglichen Charakter entsprechende Wassermenge, fließt. Dem Privatunternehmer, dem unverständlicherweise das Wasserwehr überantwortet wurde, wurde mittels (erneut von ihm angefochtenen!) Bescheid unter anderem auferlegt, dass ein Durchfluss von 100 Liter pro Sekunde aus dem Mühlbach zu gewährleisten sei. Hingegen wird von der  Bürgerinitiative, an der überwiegend alteingesessene EinwohnerInnen  beteiligt sind, die die örtlichen Verhältnisse genau kennen, der Standpunkt vertreten, dass 100 Liter pro Sekunde den Bach zu einem bescheidenes Rinnsal machen und ein Durchfluss von mindestens 200 Litern pro Sekunde mittels Bescheid verfügt werden sollte. Mehr zur Lage siehe die genannten Links.

Immer noch sitzt der Schock tief, dass die AnrainerInnen bzw. GemeindebürgerInnen nicht informiert wurden und dass die Österreichischen Bundesforste mit dem Landeshauptmann als Organ der Bundesverwaltung) ohne Ermittlungen von einer „Unerheblichkeit“ ausgingen bzw. schlicht und einfach in Übergehung der BürgerInnen mangelndes öffentliches Interesse behauptet wurde. Dies, obwohl es sogar aufrechte Fischerei- und Wasserentnahme-Rechte einiger BürgerInnen gab und noch gibt!

Noch ist es nicht zu spät! Schlimm ist nur, dass der sogenannte Rechtsweg über ferne Bürotische läuft. Weder hatte der Landeshauptmann die geringste Ahnung, was er unterschrieb, noch hat der Verwaltungsgerichtshof relevante Informationen. Man hat  keine Ahnung von der örtlichen Lage, ja weiß nicht einmal, dass es eine Bürgerinitiative zur Rettung des Mühlbachs gibt.

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Der Mühlbach, unteres Ende des Schützenparks, Blick ca. nach Nordosten. Im Hintergrund zu sehen der Flusslauf der Gössering.

Wahrheitsfindung beim Mühlbach-Skandal – verschüttete Milch?

Und weiter geht’s mit der Wahrheitsfindung.

Zur Zeit fließt ja ein wenig Wasser, wenn auch nur ein Abklatsch zum einst mächtigen Bach. Aber immerhin. Mit dem nichts Gutes verheißenden „Vorerst!“ Kein Grund also, sich über ein Ergebnis zu freuen und auch kein Grund für die „Gemeindeväter“, stolz darauf zu sein, dass nach vielen, vielen Monaten des Nichtstuns endlich das Wasserwehr geöffnet wurde, dessen Verriegelung und Nichtbetreuung eine Anmaßung und gröbliche Säumigkeit war. Zumindest so weit wir unterrichtet sind.

Wer zum Teufel kam auf die Idee, den Zulauf auf 100 l/sec zu limitieren?  Was soll das eigentlich? Der Mühlbach soll erhalten bleiben, wie er seit dem 17. Jahrhundert lebte.

Abe wollen wir hier inzwischen einige Fakten und sich daraus ergebende Fragen festhalten, die von Aktiven der Bürgerinitiative erhoben beziehungsweise gestellt werden.

Was den Grundverkauf an den „unteren“ Projektwerber (Kraftwerk), einem Herrn Patterer, anbelangt, wurde offenbar von der zuständigen Behörde eine „Entbehrlichkeitserklärung“ abgegeben, ohne den Bestand des Mühlbachs zu sichern. Das hätte zum Beispiel mit einer Belastung des Grundstücks in der Form erfolgen können, dass die Durchführung des Mühlbaches über das Grundstüclk ein eingetragenes Recht zugunsten des Landes ist.

Im Genehmigungsbescheid ist ein Durchfluss von 100 l/sec vorgeschrieben. Doch das hat den Projektwerber nicht gekümmert, sondern er ist im Gegenteil gerichtlich gegen diese Behördenauflage vorgegangen. Was ist von einem solchen Unternehmer in Zukunft zu erwarten? Wenn das so anfängt, verheißt das nichts Gutes und lässt an der Integrität und Zuverlässigkeit des Projektwerbers zweifeln.

Wie kann man einfach einer ganzen Stadt einen Bach rauben wollen? Unfassbar. (Ich erlaube mir hier das Wort „rauben“, denn das Vorgehen ist meines Erachtens aus mehreren Gründen nicht rechtmäßig, von Ethik ganz zu schweigen. Doch wie gesagt, es fehlt noch Klarheit. Aber  es sieht so aus, als ob die Behörden hier verdammt Fehler und Säumnisse zu verantworten haben.)

Nach dem derzeitigen Stand der Erhebungen befindet sich das Wehr noch im Eigentum der Republik. Ein Hoffnungsschimmer und ganz klar: Das Wehr muss im Eigentum der Republik bleiben!! Man sieht ja schon jetzt, dass Übergriffe ohne Berechtigung erfolgten (Besitzstörung!), und was käme noch auf uns zu?

Die bisherigen Erhebungen lassen auch annehmen, dass der Verkauf an Herrn Patterer vorzeitig und daher nicht rechtmäßig erfolgte. Es hätte zunächst ein rechtskräftiger Bescheid vorliegen müssen (Näheres dazu ist uns nicht bekannt).

Erst als der Projektwerber sein Grundstück mit  Bändern abgegrenzt hatte, wurden Bewohner aufmerksam und fragten bei der Wasserabteilung in Hermagor und beim Amt für Wasserwirtschaft des Landes Kärnten nach. Beide Behörden wussten nichts von dem Verkauf!  Interessanterweise wusste der Bürgermeister auch von nichts.

Es stellt sich die Frage: Wer wusste denn davon? Wer von einem solchen Vorhaben von Anfang an ein Geheimnis machen muss, der führt wohl nichts Freundliches im Schilde. Um aber bei den Fakten zu bleiben: Hat es Konsequenzen, dass dies Behörden übergangen wurden, ja oder nein? Wer schreitet bei solchen Missständen ein?  Klingt spätestens jetzt nach einem Fall für die Volksanwaltschaft. Behördensäumnisse ohne Ende!

Wieso wurde bei einer so weitreichenden Entscheidung die Bevölkerung nicht informiert? Beziehungsweise falsch informiert und beschwichtigt?

In einem Bericht von Herrn Stöfflin in der Kleinen Zeitung vom 19.2.2017 stand zu lesen, das die Liegenschaft keinem öffentlichen Interesse unterliege. Dies wurde in einem gültigen Bescheid von Herrn Landeshauptmann Kaiser bestätigt. Also, da kann man nur laut aufschreien! Wie kann man etwas bestätigen, was nicht stimmt? Wer wurde befragt, wurden Erhebungen durchgeführt? Anwort: NEIN. Da kann man wohl auch behaupten, dass der Himmel rot ist, und die Behörden ziehen’s durch…

Die Gemeinde Hermagor (offenbar hat sie dabei den Bürgermeister  geschont, weil sonst hätte er etwas gewusst) stellre hingegen wiederholt fest, dass sehr wohl öffentliches Interesse besteht.  Es bestehen sogar verbriefte Fischerei- und Wasserrechte von mehreren Bewohnern!

Stellt sich die Frage: Wieso ist der Bescheid nicht an diese Fischerei- und Wasserechtsbesitzer gegangen?

In einem Bescheid der Wasserrechtsbehörde, die vom Verkauf nichts gewusst hatte, aber mittlerweile nun doch involviert ist, wurde bestätigt, dass öffentliches Interesse besteht!

Wie widersprüchlich ist das denn?

Gegen diesen Bescheid wehrte sich der Antragsteller, weil er die Dotierung des Mühlbachs mit 100l/sec verhindern und die Errichung einer Fischaufstiegshikfe auf die Gemeinde abschieben will.

Warum wird dieses öffentliche Interesse negiert?

Wer ist für die Einschätzung verantwortlich, dass das Grundstück für die Republik Österreich entbehrlich ist? Gibt es ein Gutachten dazu?

Die Talsperre (Wehr) ist angeblich noch im Besitz der Republik Österreich. Warum konnt Herr Patterer ein Schloss anbringen, das ein Betreten der Sperre und ein Arbeiten daran verhindert?  Wenn dem so ist, dass die Talsperre im Besitz der Republik ist, denn war dieses Vorgehen widerrechtlich und ist in seiner Dreistigkeit unfassbar. Wenn die Informationen zutreffen, hätte schon längst eine Anzeige erfolgen müssen.

Noch unfassbarer ist jedoch, dass die Gemeinde dies nicht „bemerkte“ und nichts tat! Da fließt monatelang kein Bach, und die Gemeinde bermerkt das nicht? Oder wollte es nicht bemerken? Wer ist zuständig? Wer hat für die Wartung unr Betreuung des Wehrs zu sorgen? Was läuft hier?

Laut Bewilligungsbescheiden für die Errichtung des Kraftwerks dürfen öffentliches Interesse und bestehende Rechte nicht verletzt werden.

Es besteht daher seitens der Republik Österreich Handlungsbedarf.

Offenbar sind alle bisher ergangenen Bescheide und Verträge einer Prüfung zu unterziehen und aufzuheben bzw. aufzulösen, weil sie auf falschen  Grundlagen basieren, Abläufe nicht eingehalten und  Parteien übergangen wurden.

Datüber hinaus sollte ein Projektwerber, der sich offenkundig nicht mit der Rechtsordnung verbunden fühlt und deutlichst seine mangelnde Rücksicht auf öffentliche Interessen und auf die Umwelt bekundet, als für solche Vereinbarungen ungeeignet eingestuft werden, also die auf falschen Tatsachen basierenden Vereinbarungen aufheben und keine Verträge mehr mit diesem Herrn.

Fragen über Fragen und bisher keine Antworten oder beschönigende Phrasen.

Jedenfalls, weiterhin traurige Schlagzeilen für die Bezirkshauptstadt Hermagor, die sich bisher rühmt, die „Wulfenia-Stadt“ und neuerdings die „Speckhauptstadt“ zu sein. Nun droht sie zur „Naturmord-Hauptstadt“ zu werden, über deren mangelnde Weitsicht schon bal ddie ganze Welt ätzen könnte. Das nützt allerdings dem Gösseringgraben und dem Mühlbach nicht… Es sei denn, die Gemeinde stellt sich nun auf die Hinterbeine und auch die Stellvertreter der Republik zeigen Rückgrat.

Auf den ersten Blick siegt der Karren ziemlich verfahren aus, aber  auf den zweiten ist es für nichts zu spät. Nun ist es auch die Image-Chance des Bürgermeisters oder auch seine Gelegenheit, die letzte Achtung zu verspielen, je nachdem ob er sich nun für seine Bevölkerung und für die Erhaltung des letztes Naherholungsgebietes und Naturparadieses in Hermagor einzusetzt – oder ob er sich weiterhin schwach und ahnungslos gibt.

Es ist die Frage, ob nicht auch eine Pflichtverletzung des Bürgermeisters vorliegt. Zu prüfen wäre es jedenfalls. Untätigkeit müsste Verantwortung nach sich ziehen?

Wer es allen Recht machen will, kann sein, dass er ge4rade auf diese Weise großes Unrecht auf sich ladet. Manchmal, Herr Bürgermeister, muss man das Schielen auf Wählerstimmen lassen, sondern sind Haltung, Mut und klare Entscheidungen gefragt. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen. Ergreifen Sie die Chance!

Und auch ihr alle, die ihr an euren Schreibtischen sitzt und in das bisherige Schlamassel involviert wart und euch vermutlich nie im Gösseringgraben aufgehalten habt, ihn mit allen Sinnen erlebt habt, nie das Rauschen des Mühlbachs vernommen habt, kurzum, keine Ahnung davon habt, was ihr an Wunderbarem mit Zerstörung bedroht… Jeder von euch hat nun die Chance, aus der anonymen Feigheit und ahnungslosen Unschuld, die so ein Amt ermöglicht, in das Licht als beherzter, verantwortungsbewusster Mensch zu treten!

 

Anmerkungen zum Artikel:

Dieser Beitrag wurde von Lygia Simetzberger anhand gegenwärtig verfügbarer Informationen erstellt und muss sich – vor allem was die geäußerte Kritik anbelangt – nicht mit der Meinung der anderen Aktiven der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ decken. Vor allem, was die emotionellen Passagen anbelangt.

Diese resultieren aus einer unbeschreiblichen Enttäuschung einer ehemaligen Hermagorerin über die Kurzsichtigkeit, mit der vielfach agiert wird und Werte zu Grabe getragen werden. Die sich aber auch freut, dass nun einige Hermagorer und Hermagorerinnen einhellig zusammenstehen, um unser Natur- und Kulturerbe vor Gleichgültigkeit und Profitgier zu retten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Argumente, Fakten, Hintergründe

Im vorigen Artikel wurden weitere Informationen angekündigt. Inzwischen wächst die Datensammlung der Bürgerinitiative. Ohne Interna preiszugeben, können die folgenden Argumente, Fakten und Hintergründe hinzugefügt werden. Doch zunächst noch einleitende Gedanken.

Zum Ausverkauf von Hermagors Naturschätzen

Das Ortsbild Hermagors hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Am Sonnenhang Hermagors sind die Veränderungen augenfällig. Schlägerungen im Radnigforst sind von Ferne zu sehen, wo sonst geschlossenes Waldgebiet war. Wenn man ein Stück von der Gailtalklinik weiter in Richtung Radnig fährt, fallen ebenfalls Rodungen und zahlreiche Neubauten auf. Auch Radnig selbst ist kräftig gewachsen.  Hermagor dehnt sich aus und wird wohl wie andere Städte nach und nach die umliegenden Gebiete mit ihren Dörfern und Weilern vereinnahmen.

Gleich oberhalb von der Altstadt befand sich noch in den Sechzigern und Siebzigern eine intakte Magerwiese, die Schabus-Weise mit einer einigartigen Pflanzenvielfalt, wie sie heute immer seltener anzutreffen ist. Nun wird diese sogenannte Martinzen (Flurbezeichnung) verbaut, und dies in zeitgenössischem baulichem Wildwuchs. Damit musste ein malerisches Naherholungsgebiet weichen. Die Expansion findet natürlich auch in anderen Dörfern statt (Obervellach, Khünburg, Neudorf, Kühweg…)

Wie den Gemeidenvätern und -müttern entgangen sein dürfte, verschwindet dadurch  ein Stück Natur bzw. Grünfläche nach dem anderen.  Die Kämpfe um die Pflege und Erhaltung des sogenannten Friedensparks in Hermagor an der Gösseringlände waren auch vergeblich.

Der Fuß des Guggenbergs, also jener Erhebung, die sich zwischen Gail- und Gitschtal mit seinen Ausläufern bis ins Ortsgebiet erstreckt,  wäre vor Jahrzehnten beinahe Gemeindegut geworden, doch leider erfolgte ein Rückzieher und seither ist ein beträchtliches Areal im Gemeindegebiet in Besitz einer Industriellen-Familie. Diese ist selbstverständlich nicht daran interessiert, dass die alten Spazier- und Wanderwege erhalten bleiben. Kurzum, sie geraten in Vergessenheit und verschwinden (und damit finden die wenigsten Hermagorer und Gäste noch Zugang zur Annenkapelle mit der naturgeschützten Linde und zur Ruine Malenthein, obwohl diese Sehenswürdigkeiten sogar in aktuellen Wanderführern beschrieben sind!). Ein weiteres sehr schönes Naherholungsgebiet ist damit so gut wie vom Erdboden veschwunden.

Parkplätze – Langeggerplatz, Friedhof – fraßen weiteres Naturgebiet und Gärten weg. So blieb den Hermagorern als Grünzonen schließlich nur noch die Wege längs des. Mühlbaches, der Schützenpark und der Gösseringgraben. Es sei denn, man springt ins Auto und fährt ein gutes Stück hinaus.

In all dieser Zeit ließ die Gemeinde gewähren und sah nicht die Nachteile, die durch das Verschwinden der Erholungsräume drohten. Seitens der Bevölkerung, aber auch so mancher Gewerbetreibender im gesamten Bezirk, vernimmt man seit Jahren die ständige Klage: „Die interessiert nur das Nassfeld, da wird alles Geld hingepumpt!°“

So scheint es auch zu sein, denn hatte man vor der Jahrtausendwende noch für allerlei zusätzliche Gestaltung im Oret Hermagor gesorgt – Fitnessparcours im Gösseringgraben, Wünschelrutenrundwanderweg in und um Hermagor, nette Gestaltung eines Kinderspielplatzes im Graben, Fussballtor, Sitzbänke, passable Erhaltung des Weges udn der Fußgängerbrücken – so war in den letzten Jahren nur noch ein Abbau zu bemerken. Überalterte Bäume wurden entfernt, aber angepflanzt oder sonst zur Zierde beigetragen wurde gar nichts. Als Hochwasserschutz wurde der Damm zur Gössering im Bereich des Schützenparks erhöht (was ja an sich sinnvoll ist), seitdem hat diese nördliche Seite des Parks räumlich und oprisch „verloren“. Für Blumenschmuck wurde rund um das zentrale Denkmal leider immer weniger gesorgt. Waren früher überall schöne Bänke aufgestellt und die Wege sauber und weiß gekiest, so führt jetzt nur noch ein fader breiter Weg durch den Park und außer den schönen alten Kastanienbäumen und Rasen gibt es nichts.

Wer damit schon gemeint hätte, das wäre der Höhepunkt der inneren Verarmung Hermagors gewesen, der irrt. Denn nun statt im höchsten Maß alarmiert über die Verarmung des Ortsbildes zu sein, setzt man noch eins daruf, lässt den Mühlbach versiegen, möchte wohl am liebsten alles zubetonieren und verscherbelte das letzte Naherholungsgebiet und Naturparadies der Stadt an zwei private Kraftwerksbetreiber nur für deren Profit. Nach dem derzeitigen Informationsstand waren es die Bundesforste, die Eigentümer der massgeblichen Grundstücke im Gösseringgraben sind. Der Verdacht liegt nahe, dass für ein „Linsengericht“(vergleiche Bibelgeschichte) essentielle Rechte an einem Kleinod von unser aller Gut in private Hände von Geldrittern wanderten, die ihre Gunst der Stunde nutzten. Erneuerbare Energien, das Zauberwort, Kleinkraftwerke, Fördergelder, arbeitslosees Einkommen… Was kümmert da der Lebensraum von symbiotisch über Jahrmillionen zusammenlebenden Lebewesen?

Fortschritt dieser Art wird uns allen auf den Kopf fallen. Es gäbe eine Fülle von Orten aufzuzählen, die gerade wegen ihrer intakten Natur oder wegen ihrer naturnahen Parkanlagen lebenswert sind und Besucher anziehen. Nur Hermagor hat das nicht nötig. Unfassbar! In einer Region mit alarmierenden Abwanderungszahlen. Mit wenig Industrie und mit Tourismus als wichtigem zusätzlichen Erwerbszweig. Mit dem Lesachtal als Vorzeigmodell, weil es in seiner Ursprünglichkeit erhalten blieb.

Wo sind sie alle, die heimischen Bürgermeister, Gemeinderäte, Biologielehrer, Botaniker, Historiker, Naturliebhaber, Wanderfreunde, Naturfotografen, Alpinisten, die Künstler, die Poeten, die Naturschutzbeauftragten des Bundes des Landes, die doch alles katalogisieren und Alarm schlagen müssten?

Was ist mit den stolzen Gymnasiasten des BORG und mit den sonstigen jungen Leuten in Ausbildung? Wird den Kindern denn keinerlei Beziehung zur Natur und Umweltbewusstsein vermittelt? Wäre es nicht sinnvol,, den Wert solcher Naturgebietre zum Projekt- und Aufsatzthema zu wählen? Geht man im Naturkunde-Unterricht nicht mit den Schülern hinaus, um Biotope auszusuchen und Beobachtungen anzustellen? Ist es nicht ein bisserl traurig, dass ausgerechnet eine 87jährige Einwohnerin Alarm schlagen musste? Haben all die vielen jungen Leute keine Meinung? Stellen sie keine Fragen?

Hat nicht einer/eine jemals zur Sprache gebracht, was für ein wertvolles Gebiet diese Idylle jenseits der Stocksteinerwand ist? Was für ein Schatz diese vitale Bach mit seinem klarem Gebirgswasser ist, der  seit Jahrhunderten das Ortsbild schmückt? Sollte es nicht die oberste Verantwortung der Gemeindeleitung sein, erhaltenswerte Gebiete zu schützen?

Es gibt Dörfer, die stolz auf ihre Brunnen sind. Sie würden in Tränen ausbrechen, wenn sie erfahren, was in Hermagor „nichts wert ist“. Es gibt Regionen in Ostösterreich, die über keine klaren Bäche verfügen, wo es keine natürlichen Seen gibt. Schottervorkommen werden großflächig ausgebaggert. Mit viel Freude und größtem Stolz profitiert man von den auf diese Weise gewonnenen „Naturbadeseen“.

Die fließenden Gewässer in und um Hermagor und das umliegende Au- und Waldgebiet  sollte mit allergrößtem Respekt und mit größter Behutsamkeit behandelt und für die Nachwelt bewahrt werden. Hatte man nie daran gedacht, es unter Naturschutz zu stellen? In anderen Regionen ist man stolz auf seine Naturschutzgebiete.

So, das waren nur einmal die einleitenden Bemerkungen. Es muss einmal etwas weiter ausgeholt werden, denn was hier an Raubbau geschah, kann ja nur Ansässigen offenkundig sein. Wer neu zugezogen ist, kann ja gar nicht erfassen, was für ein Zerstörungswerk hier in den letzten Jahrzehnten sozusagen „ersatzlos“ erfolgte und kann nicht ermessen, dass die Gemeinde hochgradig säumig ist. Man kennt es ja nicht anders.

Was nun folgt, lehnt sich an Textmaterial an, das in den Akten der Bürgerinitiative ist.

Diesen Unterlagen, die ich vor wenigen Tagen erhielt, entnehme ich, die Betreiberin des Blogs, übrigens auch, dass ich als eine der AnsprechpartnerInnen der Bürgerinitiative öffentlich genannt werde. Das gibt mir nun doch eine etwas stärkere Legitimation für diesen Blog, der zumnächst einfach nur aus eigenem Antrieb entstand…. 😉

Leserbrief von Helene Pilz, Hermagor

Hier sei noch einmal der Leserbrief von Helene Pilz eingeblendet, der vielen HermagorerInnen aus der Seele spricht.

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Und nun zu den angekündigten Materialien.

Aus den Notizen der Bürgerinitiative vom 23.1.2017

Sehr viele Hermagorer sind empört. Der Mühlbach fließt nicht mehr!!! Daher wurden und weren Unertschriften gesammelt (bisher sind es mehr als hundert), die wir im Sinn einer Bürgerinitiative darstellen.

Start dafür was das Schreiben von Frau Helene Pilz, Schützenparkgasse, im Mai 2016, die dieses bezüglich des Fließens unseres Mühlbaches an die Stadtgemeinde Hermagor (Bürgermeister, Gemeinde,…) verfasste und adressierte.

Ausgehend von der Tatsache, dass das Versiegen des Mühlbaches (inzwischen fließt er „vorerst“ wieder, vermutlich infolge der massiven Proteste, denn monatelang war nichts geschehen!) mit der Errichtung eines geplanten Kraftwerkes im Zusammenhang steht, werden Fragen aufgeworfen.

  1. Wem nützt – dient das Werk? der Allgemeinheit?
  2. Wird es gefördert? Wenn ja, mit welchen Mitteln?
  3. Was sagt der Naturschutz?

Dieses Kraftwerk wäre das dritte an der Gössering.

Der Festschrift Freiwlllige Feuerwehr von Johann Janschitz ist zu entnehmen, dass der Hermagorer Mühlbach seit dem 17. Jahrhundert fließt.

Ob der Mühlbach als natürliches oder künstliches Gwässer oder als naturnahes Gewässer bezeichnen mag, er erfreut Bevölkerung, Gäste, Erholungssuchende. Abgesehen davon hat er zahlreiche weitere nützliche Funktionen…

Das Flußsystem Mühl- bzw Stocksteinerwandbach (ungefragte Neo-Bezeichnung des Mühlbachs) und der Gösseringsbach sind ein ganz besonderes, einzigartiges und sas einzige Naherholungsgebiet von Hermagor.

Hier trifft sich Jung und Alt, Einheimische und Touristen, Patienten der Gailtalklinik, Kidnergarten- und Volksschulkinder, Klienten der Tagesstätte und Bewohner der AVS, um Wald und Fluss auf dem leicht begehbaren, barrierefreien Wanderweg zu genießen.

Das Wasser ist mehr als ein Gerinne. Es wirkt beruhigend und ausgleichend auf Körper, Geist und Seele und lädt zum Verweilen ein. Der Schützenpark im Stadtzentrum von Hermagor – zwischen Mühlbach und Gössering gelegen – ist ein guter Platz zum Ausruhen. Unter Kastanienbäumen das Dahinplätschern des Wassers mit allen Sinnen zu genießen, Tiere zu beobachten – Bekassinen, Fische, Wasseramseln, Bachstelzen, Stockenten, jas sogar den streng geschützten Eisvogel, so wie auch im Gösseringgraben – ist ein Privileg, das es zu schützen gilt.

Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes, meint sinngemäß (23.3.2016): Kleinkraftwerke könnten einigartigen Naurjuwelen, auch wenn diese klein sind, mehr schaden als grüne Energie liefern.

Darum möchten wir Hermagorer dieses Juwel in seiner ursprünglichen Form erhalten, für uns und kommende Generationen.

Gleichgesinnte sind herzlich willkommen.

Ansprechpartner der Bürgerinitiative: Frau Helene Pilz, Frau Dr. Lygia Simetzberger, Frau Rike Maturana, Herr Dipl. Ing. Peter Sommeregger, Frau Mag. Christine Kuttnig-Dekan, Tel. 0664 2619876

In Kürze folgen weitere Fakten und Fragen.

 

 

 

 

 

 

 

Unfassbare Schlamperei bedroht eine Kostbarkeit

Bei den Recherchen, die nun arbeitsteilig von einigen Menschen vorgenommen werden, die sich an der Bürgerinitiative beteiligen, zeigen sich allerei Ungereimtheiten und Säumigkeiten. So viel ist auch bei nicht vollständiger Kenntnis der Aktenlage zu erkennen. Regionale und überregionale Medien wurden inzwischen hellhörig und berichten. Gespräche mit Entscheidungsträgern werden geführt, um eine Aufklärung der Lage zu erzielen. Es wurde etwas vermurkst und gerade deshalb besteht auch die Chance, das Blatt zu wenden.

Die Schlagzeilen in den Medien – nun, die sollen natürlich plakativ sein. Doch von „langem Streit“ kann nicht die Rede sein. Gestritten wurde nicht. Wahr ist vielmehr, dass die Hermagorer BürgerInnen bisher mit falschen Beschwichtungen hinters Licht geführt wurden, dass sie nun vor „vollendete Tatsachen“ gestellt werden, die unfassbar sind, und dass erst durch die Nachforschungen die Säumnisse der Behörden zutage treten.

Die Stadtgemeinde Hermagor hat definitiv die Pflicht, zum Wohl der BürgerInnen alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Mühlbach für künftige Generationen zu bewahren. Als wertvolle Besonderheit des Ortsbildes, als Naherholungsraum und als erhaltenswertes Biotop muss der Mühlbach einfach erhalten bleiben. Dies ist ein Appell an den Bürgermeister und Gemeinderäte, nun mit Weitblick zu agieren und fortan für die BürgerInnen und nicht gegen sie zu arbeiten.

IMG_5833Eine der Ansprechpartnerinnen der Bürgerinitiative, Frau Helene Pilz, hat sich mit einem Leserbrief an die Rdaktion der WOCHE gewendet. Dieser bringt die Situation auf den Punkt:

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Bei den Versammlung der Bürgerinitiative zeigt sich Geschlossenheit, Sachlichkeit und Bereitschaft zum Handeln. Während eien Abordnung Gespräche mit der Landesregierung führte, unternahmen auch andere Beteiligte der Bürgerinitiative Erhebungen und führten informative Gespräche mit Privaten und Behörden. Im Hintergrund tut es sich. Protokolle wurden verfasst, Briefe mit fundierten Fragen an Verantwortliche gesendet.

Dass der Mühlbach „vorübergehend“ wiederbelebt wurde, lässt natürlich nur verhaltene Freude aufkommen. Der Mühlbach soll nicht vorübergehend Wasser führen, sondenr er soll erhalten bleiben. Das und nichts anderes ist das Ziel der Bürgerinitiative, und dieses ist leider keineswegs erreicht. Auch wenn man sich darüber freut, dass der Mühlbach zwar erheblich weniger Wasser als früher, aber immerhin Wasser führt.

Im beigefügten Zeitungsausschnitt aus der Kronenzeitung vom 25. Februar 2017 ist übrigens versehentlich vom „Gösseringbach“ die Rede. Der Gösseringbach fließt. Es wäre wohl unmöglich, ihn gänzlich daran zu hindern. Gemeint ist natürlich der Mühlbach, der aus dem Wasser der Gössering gespeist wird und von dem auf dieser Seite die Rede ist.

Neuigkeit, aus diesem Artikel entnommen: Es wurde von der grünen Gemeinderätin Marion Mitsche eine Anzeige erstattet.

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Auf weitere Details – aufgeworfene Fragen, Argumente, Säumigkeiten – wird im nächsten Beitrag eingegangen.

Aufatmen: Zur Zeit fließt ein wenig Wasser

Heute erhielten wir die frohe Kunde aus Hermagor:

Der Mühlbach führt wieder ein wenig Wasser. 100 Sekundenliter dürfen fließen. Nähere Informationsgrundlagen dazu haben wir nicht. Wir warten immer noch auf eine erste Presseinformation der Bürgeriniative, die nach wie vor Gespräche führt, Erhebungen vornimmt und eine Vereinsgründung und weitere Schritte überlegt.

Leider noch lange kein Grund zum Jubilieren  bzw. zur Entwarnung, denn es soll das Wort „vorübergehend“ gefallen sein…

Die Fotos verdanken wir der Anrainerin Helene Pilz, von der auch der beigeführte Aufruf namens der Bürgerinitiative verfasst wurde.

Hier eine Aufnahme vom 2. März 2017:

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Am Vortag sah es noch so aus:

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Der Gössering-Mühlbach in höchster Gefahr

Jahrhunderte war der Mühlbach in Hermagor ein wertvoller Lebensquell. Nun aber spielt sich in Hermagor ein Drama ab, das fatal an den Animationsfilm „Rango“ erinnert. Hier wird wegen der Brisanz mehr darüber berichtet werden.

Hier fürs Erste ein Verweis auf bisher zusammengetragenes Material:

https://wordpress.com/page/gailtalnetz.wordpress.com/10913

Über den Film „Rango“ auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rango_(Film)