Viel Dreck und Leck – und keiner kümmert sich darum…

Neuerlicher Lokalaugenschein. Ein Spaziergang in den Gösseringgraben sollte abermals Aufschluss darüber geben, was sich rund um den Mühlbach tut und wie es um den Wasserzufluss steht. Dabei konnte Einiges beobachtet und auch fotografisch festgehalten werden:

Das Areal rund um die Wehranlage wurde nun, wie man auf den Abbildungen sieht, gänzlich von Gehölzen freigemacht.

Der Erdwall unter der Brücke, der einige Zeit einen Weiterfluss des Mühlbachs durch Rohre ermöglichte, wurde wieder entfernt.  Folglich ist unter dem Brücklein wieder „Luft“. Dennoch rinnt freilich viel zu wenig Wasser.

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Die Wehranlage ist (siehe Abbildungen) zweiteilig. Das näher am Wasserfall gelegene Wehr ist geöffnet. Eine beträchtliche Wassermenge fließt dort ab und rinnt wieder in die Gössering zurück. Hingegen ist das andere Wasserwehr, das die Wassermenge an den Mühlbach abgeben soll,  so gut wie abgewürgt. Und der Zufluss verschmutzt und verklaust!

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Und zum Vierten: Ein lautes Plätschern war verräterisch. Unmittelbar vor der Grünfläche, die von der Gemeinde als Kinderspiel- und Sportplatz genutzt wird, seit hier nicht mehr der Rindermarkt stattfindet, gibt es zur Regelung der Wassermenge des Mühbachs ein weiteres Wehr samt einem Verbindungskanal, der überlaufendes Wasser in die Gössering zurückleitet. Deutlich zu erkennen ist (siehe Bilder), dass das aus zusammengefügten Holzplanken bestehende Wehr leckt, also eine Reparatur erforderlich ist.

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Es gibt auch ein kurzes Video dazu:

Diesbezüglich erschüttern mich folgende Überlegungen:

  • Ist den Menschen jegliche Beobachtungsgabe abhanden gekommen?
  • Da gibt es Treffen der Bürgerinitiative, aber niemand weist auf diesen Wasserverlust durch das Leck  hin.
  • Wie kann es das geben, dass anscheinend niemand für die Pflege und Betreuung dieser Anlagen zuständig ist? Ja, leider fällt so etwas nur auf, wenn es NICHT funktioniert!

Das Eigentümlichste aber zum Thema „unteres Gössering-Kraftwerksprojekt und Mühlbach“ hat mit dem Lokalaugenschein nichts zu tun. Ich finde es aber erschütternd:

Wir alle haben keine Ahnung, wie groß das geplante Kraftwerk des Herrn Patterer werden soll, wie es aussehen wird, wo es aufgestellt wird, ob bzw. wie dadurch das Aussehen des alterwürdigen Wasserfalls verändert wird. Über die Eigentumsverhältnisse im Graben, das muß ich zugeben, kann ich auch keine Fakten berichten. Seltsamerweise fragt aber niemand danach. Sind es die Scheuklappen der Angst, der Vogel Strauss im Menschen? Und wieso wurden die Hermagorer Bürger von der Gemeinde nie informiert?

Herr Steinwender (hinteres Kraftwerk in Entstehung) hat signalisiert, dass er gerne gesprächsbereit ist. Er ist auf jeden Fall als Kraftwerksbetreiber „vom Fach“. Na, und vielleicht lässt sich doch mit dem Herrn Patterer auch reden, vielleicht hat jemand Kontakt zu ihm. Aber wie gesagt, jedes weitere Wort wäre ein Einmischen. Mir gehört nicht einmal ein Quadratzentimeter Hermagorer Boden und selbst wenn ich mich auf meine journalistische Tötigkeit berufe, da sind doch professionelle Medienleute vor Ort – es ist meines Erachtens primär ihre Sache!

Ja, was könnte man da tun? Wo könnte man da fragen? Ist es das Warten auf den Schullehrer, der dem Schüler vermittelt, was er zu wissen hat? Solche Pläne oder zumindest Skizzen sollten eigentlich bei den Treffen der Bürgerinitiative als Geprächsgrundlage  vorliegen.

Nicht weil man das Kraftwerk verhindern will. Davon war und ist ist hier nicht die Rede. Es geht ums Informiertsein, was geschieht, denn wenn in ein Naherholungsgebiet eingegriffen wird, dann besteht sehr wohl öffentliches Interesse, nicht nur der Anrainer, sondern aller Erholungssuchenden des Ortes und darüber hinaus gibt es auch Besucher – und diese sollten doch Positives über ihren Aufenthalt in Hermagor berichten…

Da ich, die Berichterstatterin, an die 300 km von Hermagor entfernt wohne, sind Erhebungen für mich weit schwerer zu bewerkstelligen als für einen Menschen, der im Ort wohnt.

Hier kann also nur Einiges aufgezeigt werden, aber der Rest ist euch, liebe Hermagorer und Hermagorerinnen, zu denken und zu tun überlassen.

Ein Tipp: arbeitsteilig relevante Informationen sammeln, miteinander auswerten und mit den Menschen in den zuständigen Behörden reden, Fragen stellen, Lösungen erarbeiten. Das kann ich nicht für euch tun.

Vielleicht sind ja eine Pressekonferenz der Bürgerinitiative und eine kommunale Besprechung (Bürgerversammlung) sinnvoll, zu der alle Ortsvertreter bzw. Sprecher der  relevanten Behörden, alle EinwohnerInnen Hermagors und Medienvertreter eingeladen werden.

Das ist zwar alles etwas mühsam, aber wollt ihr lieber den Bach sterben lassen und hinterher jammern? Angesichts der eklatanten bisherigen Versäumnisse, der Achtlosigkeiten und Schlampereien ist es höchst an der Zeit,  dem Lavieren ein Ende zu bereiten und stattdessen unter Berücksichtigung aller Aspekte wie Kultur, Tourismus, Wirtschaft, Lebensqualität, Umweltschutz, Naturschutz… planmäßig  und arbeitsteilig vorzugehen.

Sinnvoll ist es wohl auch, an ausgewanderte HermagorerInnen in aller Welt zu informieren.

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Es ist auch anzunehmen, dass Offenheit in den Schulen besteht. Da gibt es doch Biologielehrer und Projektunterricht zu ökologischen Themen… und es sollte mehr Sensibilität der jüngeren Generationen für den Wert eines intakten Ortsbildes und gesunden Lebensraums erweckt sein als vor Jahrzehnten.

Doch leider Leute, ich bin weder berufen noch würde es Sinn machen, dass ich allein ein Konzept dafür erstelle, was zu tun ist.

So, liebe Leute. Geht es nun weiter mit dem großen Warten darauf, dass wer was tut? Ich kann nur sagen: Da könnt ihr lange warten! Und dann geschieht vielleicht etwas, was keiner von euch wollte. Aber dann ist es leider zu spät.

Abermals sei betont: Hier geht es um keinen Kampf gegen etwas, sondern am gemeinsamen Erarbeiten von Lösungen für das Gemeinwohl auf Basis der Situation (bzw. der bisherigen Versäumnisse aller Art).

Und dazu gehört nun einmal, auch ein Auge auf Versäumnisse zu werfen und – wie im konkreten Fall, auch einmal eine schadhafte Stelle in einem Wasserwehr oder eine Verklausung zu melden und für die Behebung in die Wege zu leiten.

Dafür braucht man nicht einmal Zivilcourage, sondern schlicht und einfach Initiative zum Erreichen der zustüändigen Stelle. Ein, zwei Telefonate dürften genügen! Aber das müsst ihr machen, ihr Einheimischen! Ihr, die ihr klagt, dass der Mühlbach so wenig Wasser führt. Nicht eine Ex-Kärntnerin im Burgenland. Lieber ein Anruf zu viel als einer zu wenig! Werdet tätig! Alles klar?

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