Nach der Wahl ist vor der Wahl… Neue Aktionen, neue Möglichkeiten

Die Gemeinderatswahl in Hermagor ist nun endgültig abgehakt. Bei der Stichwahl am 14. März 2021 machte DI Leopold Astner knapp vor dem bisher amtierenden Bürgermeister das Rennen.

Was diese Veränderung für die Bürgerinitiative bedeutet, wird sich zeigen. Sie selbst befindet sich ja auch gerade in einem Entwicklungsprozess und schmiedet neue Pläne.

Durch die vielen Neuigkeiten in letzter Zeit ging eine wichtige Information beinahe unter. Es handelt sich im die aktuelle Kernaussage, mit der sich die Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ befasst (nachzulesen im folgenden Artikel, siehe Link):

https://rettetdenmuehlbach.wordpress.com/2021/02/22/der-skandal-nun-in-einem-ideenwettbewerb/

In diesem Zusammenhang sei erneut der Sprecher der Bürgerinitiative Rettet den Mühlbach, Dir.i.R. Rudolf Lasser (hier zu sehen), lobend erwähnt, der lange, mühevolle Recherchen unternahm, um den Machenschaften rund um den Mühlbach auf den Grund zu gehen. Was dabei zutage kam, ist leider ein Grund, auf die Barrikaden zu steigen: Bereits im Jahr 2013 fanden sich Entscheidungsträger damit ab, dass der Mühlbach verschwindet.

Das bedeutet, man hat die Bürgerinitiative von Anfang an belogen. Nie handelte es sich um einzelne Fehler oder ein bedauerliches Versagen oder um eine unglückliche Verkettung, wie uns immer dargestellt wurde, sondern man nahm das Verschwinden des Mühlbachs in Kauf, ja plante es insgeheim ein.

Das ist natürlich eine ganz andere Sicht der Dinge, und der Vertrauensschaden ist enorm. Nun ist im Rückblick klar, warum das Interesse an einer Lösung für den Mühlbach zugunsten der Bürger nur vorgetäuscht war, verschiedene Lösungen erwogen und wieder verworfen wurden, warum unsere Anfragen und Anregungen in der Gemeinde keinen Nachhall hatten, warum zu keinem Zeitpunkt ein echter Dialog stattfand, wie man ihn eigentlich erwarten würde, und weshalb von einem Engagement unserer politischen Veranwortlichen außer einigen schönen Worten nichts zu spüren war.

Mit dieser bitteren Wahrheit steht natürlich alles auf einer anderen Grundlage. Im Klartext ist nun nicht von Behördenversagen, sondern von Absicht und Täuschung die Rede und damit liegt der Verdacht von Amtsmissbrauch, vielleicht sogar mehrfach, nahe. Und es könnten noch weitere Delikte ans Tageslicht kommen.

Auch die seinerzeitigen Gutachten und Stellungnahmen, die sich gegen einen ökologischen Wert, einen Nutzen (Gebrauchs- und Löschwasser) und eine soziokulturelle Bedeutung des Mühlbachs aussprachen (alles zusammen Unfug und in wenigen Sätzen widerlegbar), dienten im Licht der Wahrheit gesehen als Grundlage für etwas, was im Juristenjargon als arglistige Täuschung bezeichnet wird.

Es gab da offenbar einige Menschen an den Hebeln der Macht, die sich nahe standen und daher eine Vereinbarung in ihrem Interesse, aber nicht im Interesse der Bürger trafen. Wie man dies nennt und welche Konsequenzen diese Entdeckung haben kann, sollte Sache von rechtlichen Untersuchungen sein.

Wohlgemerkt, es liegen uns nun Fakten vor!

Das Zutagetreten der Hintergründe und wahren Absichten verdanken wir den hartnäckigen Recherchen und Interventionen einiger Menschen der Bürgerinitiative, insbesondere des bereits erwähnten Dir. Rudolf Lasser, der eine Chronologie der Ereignisse erarbeitete und diese belegen kann.

Wie sich bei den Recherchen herausstellte, so können wir nun folgern, wurde der Landeshauptmann über den zugrundlegenden Sachverhalt entweder arglistig getäuscht oder er war schlimmstenfalls sogar Mitwisser bei diesem Deal. Ob so oder so, sind diese Vorfälle zu überprüfen und müssten die Ungültig- bzw Unwirksamerklärung jener Rechtsakte zur Konsequenz haben, welche zur Eigentumsübertragung der Mühlbachparzelle führten.

Das sind sehr allgemeine Einschätzungen. Für ein klareres Bild müssten wir Akteneinsicht nehmen, aber eine Bürgerinitiative hat keine Parteienstellung.

Nach unserem derzeitigen Wissenstand fließt der Mühlbach nicht,

  1. weil Fragwürdiges unter Beamten vorgefallen ist, von fragwürdigen Gutachten und mysteriösen Ängsten flankiert,
  2. die Öffentlichkeit übergangen und öffentliches Interesse verleugnet wurde
  3. ein Mann, der ein Grundstück aus Staatsbesitz bekam, das ihm nie hätte übereignet werden brauchen, aus Wut über eine verlorene Chance den ganzen Ort quält. (Ein Mann, dem es auch völlig egal ist, dass im Vorjahr jede Menge Lebewesen im austrocknenden Bachbett verendeten. Es ist uns unverständlich, weshalb man einen solchen Frevel an der Natur ungestraft zulässt!)
  4. weil hier Kriterien wie Naherholung, ökologischer Wert, gesundheitlicher Wert, touristisches Interesse, Tradition, historischer Wert, pädagogischer Wert, optische Attraktion, praktischer Nutzen für Gebrauchswasser und Löschwasserentnahme und als Fischgewässer komplett missachtet wurden (wo sind die Tourismusfachleute, die Ökologen, die Umweltbeauftragten, wurden sie zu jemals zu einer Stellungnahme aufgefordert?)

Mit und ohne Strafanzeigen, der „Kuhhandel“, der zur Mühlbach-Misere geführt hat, beruht durch und durch auf unrichtigen Tatsachen, mangelhaften Vereinbarungen und unverantwortlichen Fehlentscheidungen, und das kann nicht hingenommen werden.

Themenwechsel.

Wie soll es nun weitergehen? Die verstärkte Gesprächsbereitschaft einiger unserer Politiker vor den Wahlen, aber auch die interne Dynamik zeigen, dass weit mehr Potenzial vorhanden ist als es zuweilen den Anschein hatte. Wir sollten unsere Kräfte nur besser bündeln. Es gilt auch mehr Menschen ansprechen als bisher, Bisher konnte aus verschiedenen Gründen nicht so recht geschehen. Die Zeit arbeitet jetzt aber endlich für uns!

Gespräche, Begehungen, Round Table

Die Bürgerinitiative wird in nächster Zeit allen angebotenen Gesprächsmöglichkeiten nachkommen.

Wir haben signalisiert, dass wir für Einzelgespräche, gemeinsame Begehungen, gemeinsame Konzept- und Projektgestaltung, Teilnahme an runden Tischen, kurzum nach allen Richtungen offen sind.

Wir regen die Schaffung einer unabhängigen (also überparteilich, überkonfessionell, ideologiefrei) Plattform „Pro Mühlbach“ an.

Darüberhinaus halten wir eine allgemeine Plattform für eine vermehrte Bürgerbeteiligung und Beteiligung der einzelnen Interessengruppen für sinnvoll, die die Bezeichnung „Gemeinsam Hermagor gestalten“ (oder so ähnlich) tragen sollte. In Eigenverantwortung sollte jeder von uns einen Beitrag für unsere schöne Heimat leisten. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht nur der von den Hermagorern geliebte Mühlbach gefährdet ist, sondern auch andere Bereiche im Ort beobachtet werden müssen und dass wir alle dazu aufgerufen sind, unsere entsprechenden Ideen und Vorstellungen darzulegen und zu besprechen. Eine solche Plattform wird voraussichtlich nicht auf das Thema Ortsbildgestaltung beschränkt bleiben.

Diese Gedanken stehen alle im Raum und es braucht natürlich für alles Menschen. Menschen, die den entsprechenden Überblick haben und in der Lage sind, solche Gruppen professionell zu betreuen. Die Zukunft wird zeigen, was sich manifestieren wird.

Kunst für den Mühlbach

Immer wieder gab es bis in die jüngste Vergangenheit einzelne künsterische Aktivitäten in Verbindung mit den Gewässern und anderen Naturschönheiten in und um Hermagor. Es engagieren sich Maler, Bildhauer, Autoren, Fotografen, Video- und Aktionskünstler (Inge Lasser, Gudrun Kargl, Johannes Angerbauer, Sieglinde Jank, Herbert Unterberger, Aude Wassertheurer, Helene Pilz, Gia Simetzberger und weitere) für unseren Mühlbach, alle von ihnen motiviert durch tiefe Verbundenheit mit der Natur und Wertschätzung der regionalen Lebenskultur.

Eine gemeinsame Aktion kann die Aufmerksamkeit auf das Mühlbach-Geschehen jedoch weit mehr erreichen als viele Einzellaktionen. Genau das überlegte sich der Wulfenia Art Club und ist daher dabei, eine Kunstaktion „Pro Mühlbach“ zu organisieren.

https://wulfeniaartclub.wordpress.com/2021/02/22/aufruf-zu-einer-kunstaktion-pro-muhlbach/

https://www.meinbezirk.at/gailtal/c-regionauten-community/wulfenia-art-club-ruft-zu-einer-kunstaktion-pro-muehlbach-auf_a4533386 (mit Abbildungen vom Mühlbach)

Der Aufruf ist an die heimischen, aber auch an sympathisierende Kunstschaffende in aller Welt, gerichtet, sie möchten einen künstlerischen Beitrag für die Erhaltung des Mühlbachs in Hermagor leisten.

Es gibt bereits Zusagen, und es wurde bereits ein sichtbares Zeichen gesetzt. Und zwar von einer internationalen Künstlerin, die im Nachbarbezirk Spittal wohnt und sich dem Bezirk Hermagor sehr verbunden fühlt.

Der Friedenssamen für Hermagor

ist Teil einer internationalen PEACE SEED (Friedenssamen) Serie, die bereits mehrmals im Ausland ausgestellt wurde und großen Anklang findet.

Wir freuen uns über den wunderschönen Beitrag von Gudrun Kargl und weisen gerne darauf hin, dass er als Kunstdruck in limitierter Auflage erworben werden kann (gudrunkargl.at).

Weitere Konzepte bestehen und entstehen

Rund um die Erhaltung und Gestaltung des Mühlbachs und die Bedeutung der gewösser für Hermagor generell gibt es bereits Konzepte und es entstehen gerade weitere. Gemeint ist damit nicht die Hochwasserverbauung an der Gössering, die bereits abgesegnet ist. Sehr wohl spielt aber auch die Gestaltung des Schützenparks eine große Rolle für die Hermagorer Bürger. Daher wird in diesen Projekten immer wieder Augenmerk auf den Schützenpark gelegt werden, der von den Gewässern Gössering und Mühlbach eingesäumt ist. Aus Sorge, dass dieser einzige Park Hermagors zur seelenlosen Betonwüste verkommen kann bzw. das karge Seelenleben eines nüchternen Architekten wiederspiegeln wird.

Diese verschiedenen Projektideen und Entwürfe werden also Gegenstand vieler Gespräche sein.

Dabei wird freilich nicht außer Acht gelassen, dass zunächst die harten Fakten auf den Tisch kommen müssen und möglichst rasch eine Lösung des Grundproblems erfolgen muss, ehe man andere Porjekte verwirklichen kann.

Die Gestaltungspläne dienen also in dieser Phase nur einmal dazu, die Bedeutung des Mühlbachs für die Einwohner und Gäste Hermagors noch deutlicher als bisher zum Ausdruck zu bringen. Dabei wollen wir die Informationsmöglichkeiten mithilfe die regionalen Medien nutzen und generell stärker als bisher an die Öffentlichkeit herantreten.

Allen Bürgern des Bezirks soll veranschaulicht werden, welche Verarmung es für Hermagor bedeuten würde, wenn der Mühlbach nicht mehr ist.

Neue Chancen entstehen lassen statt Familiensilber verschenken

In Hermagor macht sich viel Pessimismus breit, dass alles über die Köpfe der Bürger hinweg geschieht und dass eh immer mehr von den schönen Naturgebieten in und um Hermagor verschwindet. Mag ja in der Vergangenheit der Fall gewesen sein, aber hat man auch schon überlegt, dass es auch genau umgekehrt geht?

Hermagor braucht nicht ein kleiner Ort an einer großen Holzindustrie oder bald auch an zwei solchen Anlagen zu sein oder ein Versorgungsstützpunkt am Fuße eines großen Schigebietes. Es hat auch andere Möglichkeiten zu bieten, die allen zugute kommen. Von einer davon soll hier kurz die Rede sein.

Man kann die Mühlbachrettung nämlich aus einer erweiterten Perspektive betrachten.

Wenn der Mühlbach wieder fließt, bleibt Hermagor nicht nur eine wertvolle Attraktion erhalten. Die Rückabwicklung der unseligen Taten, das nachhaltige Engagement der Bürger, die Wiederbelebung, Renovierung und Aufwertung des Hermagorer Mühlbachs durch kulturelle Projekte kann ihn zum stolzen Herzeigeprojekt machen. Mehr noch, der Mühlbach-Projekt kann wegweisend für Hermagor als künftige Wasser-Kongress-Stadt sein.

Künftige Stadt des Wassers

Für Hermagor tun sich spannende Möglichkeiten auf, wenn das Thema „Wasser/Gewässer in Hermagor“ zu einem permanenten Rahmenthema für die Stadt und Umgebung wird.

Ein klassisches Beispiel dafür, dass man eine Krise (Mühlbach-Skandal) in eine Chance (Wasser-Kongress-Stadt) umwandeln kann.

Es ist an der Zeit, dass Hermagor erwacht und seine Zukunftschancen nutzt.

Hernagor liegt in einem „Wasserreich“ – mit beeindruckenden Seen, Bergseen, Naturteichen, Bächen, Flüssen, Quellgebieten, Wasserfällen… Wir sollten uns an unseren Potentialen orientieren. Doch zunächst ist dazu ein entsprechendes Bewusstsein der Einwohner erforderlich. Womit man aufgewachsen ist, das ist bisweilen selbstverständlich. Den Wert und die Besonderheit erkennt man oft erst dann, wenn sich durch Reisen der Horizont erweitert oder wenn man die Gefahr ist, dass wir etwas von diesen Werten verlieren.

Kontakt

Bei Interesse an Beteiligung an der Bürgerinitiative, an einer Plattform für den Mühlbach, an der Kunstaktion Pro Mühlbach, an der Teilnahme an einem Round Table, an der Planung und Umsetzung der verschiedenartigen Konzepte bitte an die Administratorin dieser Seite (als koordinierender Teil des entstehenden Netzwerks) wenden, siehe Kontakt! https://rettetdenmuehlbach.wordpress.com/kontakt/

Bzw. unsere Gruppe auf Facebook: Unser Bruder Mühlbach https://www.facebook.com/groups/801133626729300

Möglichkeiten zum Austauschen und Netzwerken

Auf WhatsApp gibt es eine Gruppe „HermagorMitanandaGestaltn“

https://chat.whatsapp.com/J3k98Gpq0cMHGFg9oXrHDQ

Auf Telegram gibt es eine neue unabhängige Hermagor-Gruppe zum Vernetzen und Mitgestalten.

Telegram https://t.me/hermagor

Vor der Wahl wurde mit einem Future Talk Hermagor begonnen (Initiator GR Mag. Karl Tillian) und es ist zu hoffen, dass sich diese Zoom-Gespräche mit reger Zuseherbeteiligung (Chat) fortsetzen.

Der Ideenwettbewerb von GR Karl Tillian „SDS – Schlag den Schulze“ ist auch immer noch aktuell. https://padlet.com/listekarltillian/sds

Made with Padlet
Der Mühlbach (am Schützenpark) im Februar 2021

Ein Gedanke zu “Nach der Wahl ist vor der Wahl… Neue Aktionen, neue Möglichkeiten

  1. Der Schützenpark ist der einzige Park in Hermagor und darf nicht verbaut werden. Und selbstverständlich braucht der Mühlbach dringend Wasser. Beides belebt wunderschöne Jugenderinnerungen.

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