Kunst, Petition, Treffen, Webauftritte, Geokultur, Stadtmarketing und mehr

Es tut sich extrem viel. Nun ist Schwung in der Sache und die Lawine sozusagen nicht mehr zu stoppen. Eins ergibt das nächste.

Gemeinsame Webseite für alle Kulturinitiativen rund um den Mühlbach (Bürgerinitiative, Kunst, Kultur, Führungen, Geschichte, Geomantie, Forschung): Unser Mühlbach https://unsermuehlbach.at

Unsere Online-Petition ist reaktiviert, bitte unterstützen! unsermuehlbach.at/cbxpetition/rettet-den-muehlbach

Es gibt einen neuen Bürgermeister in der Stadt. Aller Augen und Hoffnungen sind auf ihn gerichtet, auch die der Bürgerinitiative. Er tritt ein schwieriges Erbe an und wird viel zu tun haben, um Hermagor von einem Schlusslicht wieder zu einem Vorzeigeort zu machen.

Die Entrüstung über den Verlust des Friedensparks im unteren Markt und die Sorge um die stückweise Vernichtung des Naturgebietes Burgermoos, verbunden mit der traurigen Tatsache, dass es in Hermagor nun weder einen Kinderspielplatz noch einen Skaterpark und daher keine Outdoor-Treffs mehr für Kinder und Jugendliche gibt, ist groß.

Der Volkszorn wegen dieser Zustände ist deutlich spürbar. Viele äußern sich fassungslos darüber, dass zwar enorme Gelder für andere Projekte vorhanden sind, doch die läppische Ablöse für den Friedenspark von der Gemeinde abgelehnt wurde, wodurch das vorletzte Erholungsgebiet in Hermagor für immer verspielt ist. Wie die Geschichte uns lehrt, kein Einzelfall in Hermagor.

Auch sonst allerlei Bitteres. Auch Kleinigkeiten können zermürben. Zum Beispiel: kein Blumenschmuck vorm Rathaus (bis auf ein paar wilde Löwenzahn-Rosetten den Randsteinen entlang, zum Glück), zu wenige Sitzbänke im Schützenpark und im Gösseringgraben, mangelhafte Pflege des Langegger-Parkplatzes, ganz zu schweigen von der dürftigen Spielwiese im Gösseringgraben, vom nüchternen, holprigen Kirchenplatz, von den hässlichen Pflanzencontainern, die im Stadtgebiet verwendet werden und den verwahrlosten Sperren am Mühlbach, die quer durchs gesamte Ortsgebiet ein Schandfleck sind.

Hermagor, Wulfeniaplatz (Rathausplatz) – keine Tulpen, keine Stiefmütterchen, am Friedhof mehr Leben!
Zum Glück behaupten sich dort diese Blumen am Straßenrand.

Trotz der Interventionen von Stadtbewohnern, sowohl an die Gemeinde als auch an den Alpenverein gerichtet, fehlen immer noch Wegweiser für jene Wanderwege, die im Ort beginnen. Die Schreiben an die Gemeinde bleiben mutmasslich unerledigt, man vernimmt einfach nie mehr etwas davon. Keine Wertschätzung, keine Information.

Auch die Anregung, unseren Mühlbach als Naturdenkmal unter Schutz zu stellen, ist wohl in einer Rundablage der Stadtgemeinde gelandet.

Der Ruf nach einem Gesamtkonzept betreffend die Naherholungsgebiete in und um Hermagor wird immer lauter. Man fragt sich, warum ein solches im Sinne einer verantwortungsbewussten, zukunftsorientierten Stadtplanung nicht selbstverständlich ist.

Viele Bürgern beklagen die mangelnde Transparenz hinsichtlich der Zuständigkeiten (und für manches scheint niemand zuständig zu sein) und mangelnde Bürgernähe. Wenn Geplantes nicht durchsickert, verunsichert das die Bevölkerung und sorgt für Unmut. So geht man nicht mit Bürgern um.

Man versprach vor der Wahl mehr Bürgernähe. Wir hoffen.

Wahrheit und Klarheit

Am schwersten wiegt für uns Mühlbach-Beobachter und -Kämpfer, wie schon an anderer Stelle erwähnt, dass wir hinters Licht geführt wurden. Erst durch die akribischen Recherchen unseres Sprechers kam Anfang 2021 zutage, dass der Mühlbach von den Landesbeamten von Anfang an, über die Köpfe der Bürger hinweg, abgeschrieben worden war und dass wir all die Jahre darüber belogen wurden.

Aber genau diese aufgetischte Mär von bedauerlichen Fehlern gibt uns jetzt die Kraft, erst recht aktiv und wachsam zu sein, unser Engagement und unsere Medienarbeit zu intensivieren.

Ist denn ein Verfahren nicht fragwürdig, bei dem der Gutachter in der Abteilung sitzt, die über die Sache entscheidet (und anscheinend sind solche Gutacher dann auch noch unfehlbar wie der Papst)? Genau das war der Fall und gipfelte in den unsinnigen und leider für die Sache fatalen Behauptungen, der Mühlbach sei ökologisch wertlos und entbehrlich und es bestünde kein öffentliches Interesse am Mühlbach.

Und nun hängt eine weitere bedeutende Entscheidung über ein Ansuchen, den Mühlbach betreffend, neuerlich von diesem Gutachter ab! Das klingt, mit Verlaub, nach einem falschen Film. Und in Verbindung mit anderen merkwürdigen Umständen, nach Befangenheit oder Amtsmissbrauch, je nachdem wie man es betrachtet, jedenfalls sollte der Fall geprüft werden.

Priorität: Der Mühlbach soll wieder rinnen

Die Bürger Hermagors schwanken zwischen Traurigkeit und Wut (wobei das noch gelinde ausgedrückt ist) und möchten, dass sich etwas bewegt. Der versiegte Mühlbach, bisher die Zierde des Ortes, ist dabei nur der absolute kulturelle Tiefpunkt und hat Prioriät, aber es hat noch weit mehr zu geschehen.

Alles hofft, dass unter dem neuen Bürgermeister frischer Schwung in die Gemeinde kommt.

Dass die verhärteten Strukturen, unter denen wir schon lange leiden, einem zeitgemäßen Betrieb weichen (professionelles Kommunikationstraining der Gemeinderäte und der Bediensteten ist anzuraten).

Und dass nun viel für ein florierendes Kulturleben und eine freundliche, gefühlvolle Ortsbildgestaltung, kurzum, alles was eine Gemeinde lebenswert macht, getan wird.

Wasser der Gössering, blühende Weide, bemooster Fels, aufgenommen im Hermagorer Gösseringgraben

Das Hermagorer Stadtmarketing

Das EU-geförderte Stadtmarketing soll zu einer positiven Stadtentwicklung beizutragen. Doch es gibt wunde Punkte.

Grundsätzliche Bereitschaft und Hilfestellung besteht. Budget gibt es allerdings keins. Und noch etwas Sonderbares: Anscheinend dürfen die Bediensteten sich nicht schriftlich äußern und dürfen nicht das Büro verlassen und selbst aktiv werden. Zumindest entstand der Eindruck der Bewegungslosigkeit.

Man hat eine konkrete Projektidee, braucht aber dann nicht erwarten, dass etwas geschieht. Das muss man alles selber in die Hand nehmen.

Es ist vielleicht gut, sich darüber keine Gedanken zu machen. Trotz dieser Defizite können sich Chancen ergeben. Vielleicht läuft es anders. Die Einschätzung ist schwierig, weil es gibt nichts Schriftliches dazu (wenn man davon ausgeht, dass man etwas Schriftliches bekäme, wenn es etwas Schriftliches gibt). Wir hoffen.

Man ist problembewusst betreffend den oberen Markt, der seit Jahren immer mehr abstirbt, was nicht zu übersehen ist. Der versiegte Mühlbach prägt das Bild des oberen Marktes und sollte daher sehr wohl auch Thema des Stadtmarketing sein. Es gibt zahlreiche Gründe, die für den Mühlbach sprechen, aber nichts, was dagegen spricht. Gerade den Mühlbach entlang könnte allerlei Kultur stattfinden, das kommt noch dazu.

Auch Hermagorer Bürger sind am Stadtmarketing beteiligt, erfuhren wir, vermutlich im Sinne eines Gremiums. Mit zwei Beteiligten davon ergaben sich nun ebenfalls Gespräche.

Dabei war zu erfahren, dass sich gerade ein Verein zur Stadtbelebung in Gründung befindet, an dem sich die Wirtschaftstreibenden, aber auch Gruppierungen wie die Bürgerinitiative, Leiter von Kulturprojekten und Künstler beteiligen können, und dass in ca. 14 Tagen eine Sitzung stattfinden wird.

Wenn man so etwas nur durch Zufall erfährt (Kommunikationsdefizite, siehe oben), ist das etwas seltsam. Eigentlich hätten die Kulturschaffenden schon längst zum Mittun eingeladen werden sollen, oder nicht? Das Stadtmarketing existiert doch schon Jahre.

Aber es ist gut, dass sich nun ein solcher Verein konstituiert und dass Bürger, die sich aktiv beteiligen wollen, daran teilhaben können. (Gut ist auch, dass wir davon erfahren haben.)

Damit Menschen ihre Projekte, die zur Ortsbildgestaltung förderlich beitragen, ehrenamtlich und auf eigene Kosten entwickeln und umsetzen dürfen, dafür bräuchte es wohl keines Stadtmarketing, aber vielleicht erschließt sich der Sinn des Ganzen noch.

Das ortsbelebende Thema des Jahres wird etwas mit „Hermagor erblüht“ zu tun haben. Nun, es ist Frühling, und tatsächlich, Hermagor blüht. Die Natur lässt sich das nicht verbieten! Aber klar doch, es ist anders gemeint!

Weitere Details, Hermagors Kunst- und Kulturschaffen betreffend, wird der Wulfenia Art Club (Interessenvetretung der Künstler und Kulturschaffenden) in seinen Berichten schlldern. Auch über die duale Kunstaktion für den Mühlbach wird dort berichtet werden. Hier geht es nur mit Informationen betreffend die Bürgerinitiative weiter. Weil sich so viel tut.

Bürgerinitiative-News

Es fanden in letzter Zeit zahlreiche Besprechungen der Bürgerinitiative statt, insbesondere eine Begegnung im Schützenpark, an der Gemeinderätin Christina Ball teilnahm, leider unergiebig, und ein Arbeitstreffen im Gösseringgraben am 24. April 2021.

Sprecher Dir.i.R. Rudolf Lasser berichtete zur Lage. Die Bürgerinitiative beschloss einhellig, künftig auch das Thema Schützenpark zu behandeln.

In den vergangen Wochen gab es wieder, wie üblich, zahlreiche Vorsprachen, an denen ein bis zwei Vertreter der Bürgerinitiative teilnahmen. Beim Bürgermeister, bei Gemeinderäten und Verwaltungsbeamten. Eine Aktivistin hat aus eigenem Antrieb ein Schreiben an den Landeshauptmann verfasst, dessen Inhalt uns nicht bekannt ist.

Vor der Wahl wurde der Bürgerinitiative ein gemeinsamer Round Table gleich nach den Wahlen zugesagt. Wir werden uns erkundigen, denn bisher ist dazu nichts zu vernehmen.

Es freut uns, dass Ines Kuttnig, die Tochter unserer verstorbenen Sprecherin Christine Kuttnig-Dekan, sich an der Bürgerinitiative beteiligt und auch ihre Teilnahme am dualen Kunstprojekt für den Mühlbach zugesagt hat.

Abschließend mögen noch ein paar aktuelle Aufnahmen für sich sprechen.

Segnung des Gösseringgrabens an sieben Stellen, an denen von Menschenhand erheblich eingegriffen wurde.
Mitgefühl des Wander Gold Steins mit dem Hermagorer Mühlbach
Peace Seed Hermagor, der Friedenssame für Hermagor, ein Werk von Gudrun Kargl, hielt Einzug in die Stadt und wurde feierlich mit dem Mühlbach verbunden. Gudrun Kargl ist nicht nur Künstlerin, sondern auch Geokulturistin, und es werden bereits einschlägige Pläne gewälzt.
Das Domainko-Kraftwerk am Mühlbach, eine tragische Geschichte
Bei einer Künstlerbesprechung bot Ulrike Maturana (Domainko) den Teilnehmern die Möglichkeit, das ehemalige Kraftwerk ihres Vaters zu besichtigen. Dieses liebe alte Kraftwerk würde sich gut als Schaukraftwerk eignen.
Der Wander Gold Stein besuchte den Schützenpark schon zum zweiten Mal und ist betrübt über den Schwund der Bepflanzung, der Wege und der Sitzbänke der einst so schmucken Grünoase. Das ehemalige Stromberger-Haus links an der Gössering soll dem Erdboden gleichgemacht werden, die Bäume an der erhöhten Böschung sollen verschwinden.
Egal wohin man fährt, überall in der Umgebung gibt es Bäche. Das hier ist die Vella bei Obervellach.
Hier ist die Vella in Radnig. Im Vergleich zum Hermagorer Mühlbach, der 800 LIter/Sekunde führte, war die Vella ein lieber kleiner Gebirgsbach. Es ist einfach nicht zu glauben.
Hermagor und seine Umgebung kann ein Paradies sein, doch ein Paradies braucht alle seine Gewässer.

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