Naturdenkmal – Ansuchen

Das folgende Ansuchen wurde am 10. Oktober 2017 in Briefform an die Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See als Naturschutzbehörde gesendet.


 

Betreff: Mühlbach in Hermagor – Erklärung zum Naturschutzdenkmal

Sehr geehrte Damen und Herren,

In obiger Angelegenheit wende ich mich als besorgte Bürgerin an die Stadtgemeinde.

Schicksalsbedingt lebe ich schon seit vielen Jahren im Südburgenland, habe aber immer noch Anteil an den Geschicken meiner alten Heimat, was sich auch in künstlerischen und kulturellen Aktivitäten niederschlägt.

Seit meiner Kindheit bin ich sehr verbunden mit der Natur in und um Hermagor. Mein Heimathaus am Schützenpark befindet sich an den Bächen Mühlbach und Gössering.

Der Mühlbach diente nicht nur Jahrhunderte zahlreichen Gewerbetrieben und Privatleuten als Energiequelle und zur Bewässerung. Auch sein klares Wasser und sein kraftvoller Lauf wurden seit jeher bewundert und geschätzt.

Der Bach, im Gösseringgraben vom Gösseringfluss abgezweigt, mündet im Stadtzentrum wieder in die Gössering ein. Er gibt nicht nur dem letzten Abschnitt des malerischen Gösseringgrabens das Gepräge, sondern ziert das Ortsbild am Schützenpark an der Stocksteinerwand und in Teilen des Unteren Marktes.

Mit seiner Lebhaftigkeit und seinem Murmeln und Rauschen trägt bzw. trug er seit Jahrhunderten zur Charakteristik des Städtchens bei und sorgt, gesäumt von Grün, für Erfrischung… Wertvolle Naturkraft und -schönheit, um den andere Orte Hermagor beneiden könnten!

Leider wurde in den letzte Jahrzehnten Stück für Stück der Unterlauf des Baches im Ortsgebiet zugebaut. Das letzte Stück des Baches ist durch mehrfache Reduktion im Verlauf nur noch ein kleines Rinnsal unterhalb vom Haus Wirnsperger. Auf einem Bankerl bzw. von einer kleinen Brücke beim dortigen Parkplatz kann man das Wässerlein betrachten.

Wegen eines geplanten Kraftwerks im Areal am Wasserfall soll der Zufluss zum Mühlbach künftig gedrosselt bleiben, wobei nach zur Zeit nach meiner Information um die Zuflussmenge gekämpft wird.

Laut Auskunft der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach ihn Hermagor!“ wurde ein entsprechender Pakt vom (leider unzureichend informierten) Landeshauptmann abgesegnet, weil angeblich kein öffentliches Interesse bestünde.

Dies ist – wie allein schon die Gründung einer Bürgerinitiative beweist! – völlig unzutreffend. Damit stehen aber entsprechende Vereinbarungen auf tönernen Füßen. Die Agenda ist meines Erachtens neu aufzurollen. Die Konzentration auf die anhängigen Verfahren ist irrig, da ja die legitime Grundlage fehlt.

Zur Bewahrung eines unschätzbar wertvollen Kultur- und Naturjuwels für künftige Generationen rege ich daher an, den Mühlbach der Gössering in seinem gesamten Verlauf zum

Naturschutzdenkmal

zu erheben und alles Menschenmögliche zu seiner Erhaltung beizutragen.

Dies bedeutet

  • eine ausreichende Wassermenge wie seit Menschengedenken zu gewährleisten,
  • das Untersagen weiterer Verbauung bzw. gefühlvolles Rückbauen, die pflegliche Erhaltung der alten Wasserwehranlagen,
  • mehr Achtsamkeit, wo dies anscheinend in den letzten Jahren übersehen wurde – Ableitung am Wehr unterhalb von der Stocksteinerwand (auch optisch verbesserungswürdig!), undichtes Wasserwehr vor dem Rinderplatz, nunmehr Spielplatz, im Gösseringgraben (erheblicher Wasserverlust zurück in die Gössering!),
  • Sauberhaltung des seit vielen Jahren verwilderten Wehrs am Wasserfall…, Kontrolle bzw. Pflege des Bachbettes im gesamten Verlauf,
  • Sorge für einen ausgewogenen Artenbestand (früher tummelten sich beispielsweise stattliche Forellen nicht nur in der Gössering, sondern auch im Mühlbach),
  • und was sonst noch zu tun ist.

Ich darf die Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See dringend ersuchen, tätig zu werden, und bitte darum, mich über Relevantes informiert zu halten.

Meine Foto- und Filmdokumentation betreffend alle geschilderten Gebiete stelle ich – wenn erwünscht – gerne zur Verfügung.

Im Anhang einige Links zu Online-Material (alle Urheberrechte bei mir). Weiteres ist im Entstehen.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Schriften und das mündliche Zeugnis meiner Mutter Helene Pilz geb. Kandolf wohnhaft in Hermagor, Schützenparkgasse 3, betreffend die Geschichte der Stocksteinerwand, des Schützenparks und des Mühlbachs hingewiesen.

Ebenso verweise ich auf die Ermittlungen und Schriftstücke der obengenannten Bürgerinitiative, der ich angehöre.

Dieses Schreiben an die Gemeinde erfolgt übrigens ohne bisheriges Wissen und Zutun der Bürgerinitiative aus eigenem Antrieb.

Mit freundlichen Grüßen,

Lygia Simetzberger

Die folgenden Links übermittle ich auch gerne elektronisch.

Blog „Rettet den Mühlbach!“ https://rettetdenmuehlbach.wordpress.com/

Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach ijn Hermagor!“

https://gailtalnetz.wordpress.com/aktuelles/rettet-den-hermagorer-muehlbach/

Fotos und Videoclips Stocksteinerwand, Mühlbach, Gösseringgraben, Hermagor September 2017 https://photos.app.goo.gl/cdMNyW0DLoiak5mk2

Fotos Hermagorer Altstadt und Gösseringgraben April 2017 https://goo.gl/photos/jrvQ5QGmZpKW3Cet8

Fotos Gösseringgraben November 2016 https://goo.gl/photos/g4jEnxrk4pSpxidt5

Relevante Videos bzw. Videoclips auf YouTube sind mit den Worten

Mühlbach Hermagor“ abrufbar.

Hier die einzelnen YouTube-Links (Auswahl):

Kurzvideo „Magic Mühlbach“ (2007) https://youtu.be/X_NO4nK-bkI

Dokumentation „Tragic Mühlbach“ (2016) https://youtu.be/C4YrlIBELDk

Clip Mühlbach-Rinnsal beim Wirnsperger-Haus Sept. 2017 https://youtu.be/U2Wfzl8LAq4

Clip betreffend das leckende Wehr beim Spielplatz Mai 2017 https://youtu.be/-p-yu7OYNEM

Clip „Das leckende Wehr beim Spielplatz“ Sept. 2017 https://youtu.be/uwIQbB9vPHw

Clip „Nur mehr mattes Fließen am Schüptzenpark“ Sept. 2017 https://youtu.be/5C6-UtUzdoI

Clip Mühlbach vom Schützenpark bis zum Wehr unterhalb von der Stocksteinerwand Sept. 2017 https://youtu.be/-p-yu7OYNEM

Clip Mühlbach vom Stocksteinerwand-Wehr bis zum Unteren Markt Sept. 2017 https://youtu.be/yWZeLRxvopc

Ein längeres Video, einen Spaziergang am Stocksteinerwandweg darstellend, ist gerade im Entstehen bzw. eine Rohfassung ist bereits verfügbar (sie wird nach Fertigstellung des Videos wieder gelöscht!):

Spaziergang am Stocksteinerwandweg September 2017 https://youtu.be/p8ZnC5PYHIU

Aktualisierung 1. November 2017:

Das fertige Video über den Stocksteinerwand ist nun auf YouTube mit folgendem Link aufzurufen: https://youtu.be/rqQ5sFmaIgE